„Wir agieren nicht gegen die Männer“

Von Yuliya Javier Velarde

„Gewalt muss verhindert werden, aber man muss auch die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass das möglich ist“, sagen Suneeta Dhar und Kalpana Viswanath, zwei Frauen aus Indien. Diese Frauen werden heute stellvertretend für ihre NGO „Jagori“ mit dem Roland Berger Preis für Menschenwürde ausgezeichnet.

Selbstbewusst, mit einer positiven Ausstrahlung sitzt Kalpana Viswanath auf dem Podium und stellt ihre Arbeit und die Organisation „Jagori“ vor. „Jagori“, das bedeutet so viel wie „Wacht auf, Frauen!“. Viswanath leitet die Organisation gemeinsam mit Suneeta Dhar. 19 Mitarbeiterinnen engagieren sich für die nachhaltige Verbesserung der Stellung der Frau in der indischen Gesellschaft. Die Sicherheit der Frauen steht an erster Stelle.Viswanath

Frauen sind in Indien häufig Opfer von physischer und sexueller Gewalt, deshalb hat „Jagori“ eine Kampange namens „Safe Delhi Campain“ ins Leben gerufen, die sich in der Hauptstadt für eine bessere Infrastruktur einsetzt und somit den Aufenthalt nicht nur für Frauen, sondern auch für Stadtbewohner und Stadtbesucher insgesamt sicherer machen will.

Seit am 16. Dezember letzten Jahres in der indischen Hauptstadt mehrere Männer in einem Bus eine junge Frau vergewaltigten und sie kurz darauf ihren Verletzungen erlag, sind Programme solcher Art sehr gefragt. Die schreckliche Tat in Neu-Delhi löste einen internationalen Sturm der Entrüstung aus und setzte das Thema „Frauenrechte“ ganz oben auf die Agenda der indischen Politik.
„Jagori“ bietet eine telefonische Helpline, die Gewaltopfern helfen kann. „Nach dem 16 Dezember, hat sich die Zahl der Anrufe verdreifacht“, sagt eine Mitarbeiterin von „Jagori“. Das ist auch schon ein Fortschritt, denn durch das Interesse der Frauen kann die gesellschaftliche Situation auch verändert werden. Und Veränderung ist das Ziel dieser Organisation.

Nach der Pressekonferenz setzten sich die Preisträgerinnen und wir Stipendiaten zusammen.

In einer sehr intimen Gesprächsrunde erzählen Frau Dhar und Frau Viswanath, dass sie ihre Arbeit gerne machen und dass sie die Rolle der Frau verbessern möchten. sagt Sunneta Dhar „wir möchten, dass Frauen mehr respektiert werden, denn gegenseitiger Respekt ist auch sehr wichtig“. Sehr offen und herzlich beantworten die Frauenrechtlerinnen alle gestellte Fragen. Uns Redakteuren werden auch Fragen über unsere persönliche Erfahrungen gestellt. Wir gemeinsam merken, dass es in eigentlich allen Gesellschaften Stereotypen und Klischees gibt, die oft nichts mit der Wahrheit zu tun haben.

Frau Vaswanath sagt, dass sie nichtsdestotrotz ein Leben wie jeder andere führt, bei dem auch Arbeiten und Ausgehen dazugehören. Ein ganz normales Leben also? Nein. Ein besonders engagiertes Leben, für das die Inderinnen und ihre Organisation „Jagori“ heute ausgezeichnet werden. Ein verdienter Preis, ein Preis für erfolgreichen Einsatz für Frauenrechte in Indien und die Unterstützung der „Safe Delhi Campaing“, die für die Sicherheit der Frauen in der Hauptstadt sorgt.

Wir Redakteure im Gespräch mit der Jagori-Chefin

Wir Redakteure im Gespräch mit der Jagori-Chefin

 

 

 

 

 

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