Bis 2016 ist das Internet „alle“

Vor kurzem ist bekannt geworden, dass die Telekom-AG freche Änderungen an Ihren Tarifen durchführt und eine Download-Grenze einführt. Eine Satire.

von Ludwig Hettmann

Flatrate – Telefonieren so viel man will und Internet surfen ohne Limit. Das zeichnet diesen Begriff eigentlich aus. Fast jeder deutsche Haushalt mit einem Breitbandanschluss bedient sich einer Flatrate, doch nun soll die Qualität im deutschen Internet verbessert werden; dafür sorgt die deutsche Telekom. Die Telekom-AG will nämlich bis 2018 alle Kundenverträge abändern und eine DSL-Drosselung einbauen. Mit dieser Drosselung kann monatlich mit einer DSL-Flatrate ein beachtliches Datenvolumen von 75 GB bei hoher Geschwindigkeit von 16-mbit/s „gedownloadet“ werden, danach wird auf eine Geschwindigkeit von 384 kbit/s gedrosselt und wer weiterhin noch schnell surfen will muss extra zahlen. Bei schnelleren Anschlüssen (50 bis 200 mbit/s) liegt eine höhere Datengrenze vor (bis zu 400 GB).

Chef der deutschen Telekom Niek Jan van Damme spricht außerdem vom Vorrecht der „Otto-Normalverbraucher“. Er sorgt damit für eine demokratische Hierarchie und Gleichstellung aller „normalen“ Internetnutzer und die Benachteiligung „anormaler“ Internetnutzer. Durch die Leistungsbeibehaltung und die Preiserhöhung macht die Telekom sogar Profit, obwohl sie sich so sehr für die „Normal-Kunden“ einsetzt. Dieses extra Geld könnte von der Telekom-AG zur Vergrößerung der Internetleitungen verwendet oder auch in die Vergrößerung des Unternehmens gesteckt werden, um die deutsche Bevölkerung nach der Telekom zu sättigen. Das „Schnecken-Net“ ist bereits bei allen Kunden sehr beliebt und wirbt auch Neukunden an. Aufgrund der entstandenen Euphorie über das Schnecken-Net bei Telekom-Kunden sind einige andere Anbieter auch im Ausland in der Überlegung, die Idee der Telekom aufzugreifen und bei Ihren Kunden ebenfalls einzuführen. Nebenbei werden durch die Drosselung Verstopfungen bei Providern, Servern, oder gar in Leitungen abgemildert und die Daten können schneller fließen, da sonst der Normalverbraucher länger auf die „Otto“-Startseite warten müsste. Ebenso werden die Internetressourcen dadurch geschont. Man könne sich eine Welt mit leerem Internet heutzutage schließlich nicht vorstellen. Da allerdings der Begriff „Flatrate“ laut Definition die unbegrenzte Nutzung eines Gutes beinhaltet, sollte vielleicht darüber nachgedacht werden ob der Tarif umbenannt wird. In den Diskussionen wird das Wort „Netzneutralität“ oft verwendet. Dies bedeutet im Prinzip nur, dass Datenpakete von einem Internetuser ebenso schnell und sicher übertragen werden, als die von jedem anderen. Damit wird die Gleichberechtigung im Internet gewährleistet. Doch wenn jeder Internetnutzer beliebig viel Datenvolumen herunterladen kann werden die Internetressourcen bis 2016 erschöpft sein. Genau deswegen sollte doch auch ein Gesetz verabschiedet werden, das für die Telekom-AG, der Netzneutralität betreffend, eine Ausnahme regelt.

 

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