Geld verdienen mit YouTube – Reichtum garantiert!

Auf der Suche nach Aufmerksamkeit und Hits: YouTube. Wie der „Abonnieren“-Button unser Leben verändert. 

von Yueling Li

Vor ein paar Jahren waren die einzigen Sorgen eines YouTube-Nutzers die Zehnminutengrenzen des riesigen Internetportals, die nervige GEMA-Sperre und die ungesunde Anzahl von Katzen- und Babyvideos. Heute machen einem  jedoch die sogenannten Ad Rolls (Werbeclips, die  vor dem Video spielen und sogar länger sein können als das eigentliche Video) das Leben schwer. Dabei sind es vor allem die Selbstwerbekampagnen und die Schleichwerbungen auf den Videos, die den YouTube- Nutzer bereuen lassen, das Video jemals angeklickt zu haben.

Sollte man also in einer freien Minute durch YouTube scrollen und nach einem interessanten Video suchen, hat manch einer oftmals das Gefühl, unsere YouTuber hätten in der Schule allesamt dasselbe schlechte Buch gelesen. Als würden sie sich nun akribisch und ganz genau an diese Anleitung halten, um möglichst viele Views zu erhalten und damit möglichst viel Geld zu verdienen.

Bei der Suche nach dem bekannten „Harlem Shake“, einem verrückten Tanz, bekommt der Nutzer ganze 6.480.000 (die Zahl ändert sich stetig) Ergebnisse. Ob jung oder alt, kleine Schulklassen oder ganze Städte – alle scheinen auf den fahrenden Zug springen zu wollen. Videos wie diese verbreiten sich wie ein Virus und deren challengeartiger Charakter bringt tausende von Menschen dazu, ihre eigene Version hoch zu laden. Sei es die „Cinnamon Challenge“, deren Herausforderung darin besteht, einen ganzen Löffel Zimt in unter 60 Sekunden zu essen, die „Red Hot Chili Challenge“, die auf dem gleichen Grundprinzip basiert oder die „ Ketchup Challenge“, bei der man Ketchup als Getränk schlürft.

Alle Challenges resultieren in mehr oder weniger lustigen Reaktionen. Da wird gewürgt, geweint und um Luft gerungen. Über den pädagogischen Wert dieser Videos lässt sich streiten, zweifellos aber wird man sich bei der Betrachtung erwähnter schillernder und auffallenden Videos darüber unterhalten. Für diese Unterhaltung würden unsere lieben YouTuber scheinbar alles tun von der lilafarbenen Ganzkörperfärbung bis zum nackten Bunjeesprung – alles nur für uns. Hauptsache, man spricht darüber. Dass man dabei auch eine Menge Geld verdienen kann, ist wahrscheinlich nur ein kleiner Bonus.

So versuchen nicht nur alte YouTube-Hasen auf absurdeste Weise ihre Abonnentenzahl zu steigern, auch Neulinge, die es sich zum Ziel gesetzt haben, der nächste Shane Dawson/Ryan Higa/Charlie McDonnell zu werden, scheuen sich nicht davor, sich im Netz vor laufender Kamera lächerlich zu machen.

Tatsächlich scheint es schon eine Art Geheimrezept zu geben: Man nehme ein Netzphänomen und vermenge es mit einer hübschen Prise Selbstblamage. Anschließend lädt man ein billiges Bildbearbeitungsprogramm herunter und macht sich daran, ein aufregendes und mit Neonfarben ausgeschmücktes Thumbnail zu erstellen. Am Besten bildet man sich selbst darauf mit verzerrten Gesichtszügen und blinkendem Titel ab (ist diese Person eine leichtbekleidete Frau, steigt die Wahrscheinlichkeit auf ein Netzerfolg um 90%). Zu guter Letzt denkt man sich noch einen schön in die irreführenden Namen aus und tapeziert das Video mit „abonnier & like“-Links und schon ist der Erfolg so gut wie in der Tasche.

Ob dieses nicht mehr ganz geheime Rezept letztendlich auch funktioniert, bleibt offen, doch bis dahin gilt: abonnieren, liken, kommentieren und favorisieren!

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