Lass mich in Ruhe, du Opfer!

Morgens hat man schon gar keine Lust auf Schule, weil man dort von einigen Wichtigtuern ständig angepöbelt wird, und abends geht das Ganze dann im Netz weiter. Cybermobbing ist heute mehr denn je ein Thema, dem sich Jugendliche ausgesetzt sehen. Doch wie geht man damit um?

von Andzelika Gürich und Bao Tran Nguyen

Einmal gepostet, nicht mehr rückgängig zu machen. Das Internet bietet viele Möglichkeiten, aber auch viele Gefahren, deren sich vor allem Jugendliche viel zu wenig bewusst sind. Viele wissen gar nicht, welche Ausmaße das Cybermobbing mittlerweile angenommen hat. Oder wisst Ihr, dass inzwischen jeder dritte Schüler zwischen zwölf und 19 Jahren schon einmal damit konfrontiert wurde? So das Ergebnis einer Forsa-Umfrage, die im April von der Techniker Krankenkasse in Auftrag gegeben wurde. 

Was ist Cybermobbing überhaupt? Bei Cybermobbing handelt es sich um eine Form der persönlichen Belästigung, die sich meist auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter u.a. abspielt. Dabei werden die Opfer oft mit peinlichen Fotos, Videos oder beleidigenden Kommentaren kompromittiert. Doch wieso findet das Mobbing immer häufiger im Netz statt? Warum werden diese Konflikte nicht altmodisch auf den Schulhöfen ausgetragen? Die Antwort ist einfach: Das Netz bietet den Tätern mehr Anonymität und damit Schutz.

Aber was bewegt Menschen dazu, überhaupt zum „Täter“ zu werden? Ist es Rache, die gestillt werden möchte, oder Neid gegenüber ihrer Opfer? Oder – traurig genug – einfach „nur“ spaßige Unterhaltung? Können sich die Täter auch nur im Ansatz vorstellen, was ihre rücksichtslosen, unbedachten Aktionen bei den Opfern bewirken können? Von Angst über Wut bis hin zu Aggressionen und starkem Leistungsabfall unter dem ständigen Druck reichen die Folgen. Auch psychosomatische Reaktionen wie Essstörungen sind nicht selten. Und im schlimmsten Fall, wenn das Opfer gar keinen Ausweg mehr sieht aus der Ecke, in die es die Täter konsequent gedrängt haben, dann kann sogar Selbstmord der scheinbar einzige Ausweg sein.

Und doch – dem Cybermobbing ist kein Ende zu setzen. Wieso lernen die Menschen nicht aus ihren Fehlern? Liegt es daran, dass einem im Internet keine räumlichen und zeitlichen Grenzen gesetzt sind? Diese Frage bleibt weiterhin offen.

Was aber soll man tun, wenn man selbst von solchen Attacken betroffen ist? Dann ist Handeln angesagt! Es nützt niemandem, schüchtern zu sein und alles hinunter zu schlucken, denn früher oder später frisst es einen auf. Am besten spricht man mit einer Vertrauensperson, bei der man sich gut aufgehoben fühlt und die einen auch ernst nimmt. Und wenn es die nicht gibt, dann kann man immer noch die „Nummer gegen Kummer“ wählen. Dort hat man immer einen Rat parat.

 

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