Mit 16 ist man mündig genug. Kapiert das endlich!

Deutschland lässt sich wie immer Zeit. In anderen Ländern ist das Wahlrecht für 16-Jährige längst Realität. Gut so. Denn Jugendliche wollen doch schließlich auch ein Mitspracherecht in der Politik haben. Oder nicht?

von Elisabeth Bauer

Über dieses Thema wird schon seit einiger Zeit diskutiert: Ist es sinnvoll, Jugendlichen Einfluss in die Politik zu gestatten? Das Bündnis der Grünen und die SPD aus Baden-Württemberg sagen: Ja, ist es! „Die Senkung des Wahlalters eröffnet vielen Jugendlichen die Möglichkeit, sich aktiv in die Politik einzubringen. Es macht mich stolz, dass durch das Engagement der SPD schon bei der Kommunalwahl 2014 Jugendliche unter 18 Jahren an der Wahl teilnehmen können“, so Johannes Stober, ein deutscher Politiker der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Zum ersten Mal wurde dieses Projekt in Bremen durchgesetzt. Auch in Baden-Württemberg hat man sich nun nach vielen Überlegungen dafür entschieden, Jugendliche schon ab 16 den Eintritt in die Wahlkabinen zu gewähren.

So sind viele der Meinung, dass eine Senkung des Wahlalters die Beteiligung an den Wahlen fördern würde und gleichzeitig das Interesse der Jugendlichen an der Politik fördere, sogar ihre Perspektiven verändern würde. Dagegen spräche allerdings das bei vielen noch fehlende Verantwortungsbewusstsein. Jungen Leuten muss noch bewusst gemacht werden, was eine Wahl für ihre Zukunft bedeuten kann. Denn natürlich will keiner, dass sich die Teenager diesen Anforderungen gegenüber überfordert fühlen, was sich leider bereits in den anderen acht mitmachenden Bundesländern zeigt. Jedoch könnte man ebenfalls argumentieren, dass die 16- bis 18-Jährigen der Bevölkerung sowieso keinen ausschlaggebenden Einfluss auf die Ergebnisse der Wahlen hätten, da sie weniger als 3 % der wahlberechtigten Bevölkerung darstellen. Trotz alledem existieren keine Belege, die beweisen dass 16-Jährige über politische Prozesse weniger informiert seien als 18-Jährige. Darum sollten sie auch bei der Bundestagswahl zur Urne gehen dürfen. Und falls es doch an politischer Bildung mangeln sollte, stellt sich die Frage: Was könnte man dagegen tun? Sollte man mehr und früher Politik in den Schulen unterrichten oder gar Projekte für jedes einzelne Schulhaus starten? Das weiß man noch nicht, aber sicher ist, dass sich diese große Entscheidung ihre Resultate bei der Bundestagswahl Ende September 2013 zum ersten Mal richtig zeigen wird. Die teilnehmenden jungen Menschen müssen sich klar und frei ihre ganz persönliche Meinung zu den aktuellen Geschehen bilden und lernen, erwachsen zu denken. Denn letztendlich bedeutet Demokratie Mitbestimmung und Mitbestimmung wiederum heißt, nicht nur nach den Meinungen der älteren Generationen zu gehen, sondern auch nach denen der Jungen. So sollte diese Mitbestimmung Jugendlichen auch auf Bundesebene schon ab 16 Jahren gewährt sein. Übrigens: Auch die UN-Kinderrechtskonventsion begleitet Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zu ihrem politischen Mitbestimmungsrecht. Deutschland hat diese Konvention 1992 unterzeichnet und sollte sich nun auch daran halten.

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