Verräter! Warum ausgerechnet zum FC Bayern?

Der Skandal des Jahrhunderts? Mario Götze wechselt zum Feind in der Königsklasse: zum FC Bayern München. Das nehmen ihm seine Fans sehr übel.

von Kaltrina Berisha

Mario Götze, ein Fußballer, der stets nett und adrett sowie immer in Topform bei Borussia Dortmund war, galt als „das Jahrhunderttalent“ (o-Ton Felix Magath). Götze war nicht einfach nur ein Einkauf des Vereins gewesen, sondern er entsprang der jahrelangen harten und soliden Nachwuchsarbeit der Gelb-Schwarzen. Götze war also das Jahrhunderttalent und er war von Borussia Dortmund. War!

Überraschenderweise wird er ab dem Sommer das Trikot einer anderen Mannschaft tragen. Doch kaum war die Nachricht des Transfers zu Bayern veröffentlicht, starteten auch schon üble Hasskampagnen gegen das einstige Idol. Facebook-Hassseiten wurden erstellt, Fans verbrannten ihre Trikots, das Haus der Eltern soll sogar mit Farbe besprüht worden sein und vieles mehr. Selbst Götzes kleiner Bruder Felix soll wegen des Zornes der Dortmunder Fans früher die Schule verlassen haben.

Doch ist das nicht alles ein wenig übertrieben? Wie kommt es, dass diese Entscheidung zu solch massiven Reaktionen führen kann? Fußballer stellen für viele in der Fußballnation mehr als eben bloß Fußballer dar. Sie sind Vorbilder, die wie Helden gefeiert werden, vor allem, wenn der Spieler eine große Bereicherung für den Verein darstellt oder eine wichtige Funktion einnimmt. Aber der Jubel nimmt ein jähes Ende, wenn der Spieler plötzlich in die „falsche“ Mannschaft wechselt. Was geschieht, wenn man mit solch einem Transfer den eigenen Verein „verrät“? Dann ist ganz schnell Schluss mit Sonnenschein, da kennen die Fans kein Pardon.

So beobachtet bei dem erst 19-jährigen Fußballspieler Mario Götze. Am 22. April überstürzten sich die zerschmetternden Kommentare auf der Facebook-Fanseite. Daraufhin sah Götze sich gezwungen, die Seite zu deaktivieren, um dem sich immer mehr verdichtenden Sturm an Hasstiraden aus dem Weg zu gehen.

Tage darauf wurde die Seite wieder geöffnet und letztlich fielen die Reaktionen doch milder aus als erwartet, offenbar hatte die Fans schließlich doch ein Einsehen mit dem Entschluss ihres „Helden“. Die Anzahl der Fans auf der Seite stieg sogar um 5.82 Prozent.

Wie kann das jedoch nach der moralisch und ethisch bedenklichen Hassbewegung sein? Die Antwort ist so simpel wie genial – die millionenstarke Fangemeinde des FC Bayern stärkt ihrem Neuling den Rücken und sorgt somit doch noch für Licht am Ende des Tunnels. Die ersten Bayern-Fans begrüßen ihren Schützling bereits mit freundlichen, aber gleichzeitig für den BVB provozierenden Worten: „Alles richtig gemacht, Herr Götze! Wer international erfolgreich sein will, benötigt einen erfolgreichen Club! Und warum ins Ausland gehen, wenn man selber einen Top Club im Land hat?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.