Die Datenschleuder, die sich gegen uns richtet?

Facebook erfindet immer neue Dienste, um uns Nutzern angeblich weiter zu helfen. Doch was bringen diese Neuerungen für den „normalen“ Anwender mit sich?

von Daniel Krause

Das Spektakel begann 2004, als Facebook gegründet wurde. Nach anfänglichen Schwierigkeiten erlebte Facebook 2007 einen riesigen Aufschwung, der dazu geführt hat, dass das Unternehmen mittlerweile 1,1 Milliarden Mitglieder und einen unglaublichen Börsenwert von 51,43 Mrd. € hat.

Schuld daran ist vor allem die Jugend. Aus einer anonymen Umfrage einer Realschule ergab sich, dass 78 % der 14-17 jährigen Schüler einen internetfähigen Computer eigenständig dazu nutzen, um Informationen auf Facebook auszutauschen.

Jedem wird klar, sobald er die unzensierte Presse liest, dass Facebook ständig „Verbesserungen“ vornehmen möchte. Die große Frage, die sich für mich jedoch immer stellt sobald man von Erneuerungen hört, ist, ob man diese doch so tollen „Verbesserungen“ so nennen darf, oder ob man sie einfach Erneuerungen nennen sollte, die dazu beitragen, jeden Menschen der Welt irgendwann einmal bloß zu stellen. Denn einige Argumente sprechen deutlich gegen das Vorhaben von Facebook, Menschen um einen herum „sozial“ miteinander zu verknüpfen. Zwar scheint Facebook auf den ersten Blick dazu da zu sein, Texte auszutauschen, jedoch wird der Dienst des sozialen Netzwerkes leider immer öfter zum Dienst des unsozialen Netzwerkes. Es werden nicht nur Texte, sondern auch rassistische, jugendgefährdende und computergefährdende Inhalte – wie Viren, Trojaner und Würmer – verteilt. Facebook scheint die Gefährdung seiner Nutzer nicht ernst zu nehmen und unternimmt reichlich wenig im Hinblick auf automatisierte Sperrungen von moralisch äußerst bedenklichen Inhalten. Lediglich die Verbesserung der verschiedenen Werbemöglichkeiten, die das Geld in Facebooks Kassen spült, scheint den Unternehmern wichtig. Dazu gehören auch Sicherheitsmaßnahmen, wie z.B. das Abfragen beim Erstellen von öffentlichen Gruppen oder Inhalten. Jeder wird sich an die „Facebook Party“ eines Mädchens erinnern, das auf Facebook eigentlich nur seine Freunde einladen wollte, die Gruppe jedoch als „öffentlich“ markiert hatte. Die Polizei musste die Veranstaltung daraufhin beenden, da sich über 1.000 eigentlich unerwünschte Gäste angemeldet hatten. Fehlende Sicherheit rückt Facebook also immer wieder negativ in den Fokus der Berichterstattung. Obwohl es kein erfreulicher Anlass ist, führt dieser dazu, dass Facebook immer bekannter wird und genau das ist schließlich das Ziel.

Mittlerweile ist es Alltag für die meisten Jugendlichen, sich zwischen den Hausaufgaben auf Facebook herum zu treiben. Genau das wollte Facebook erreichen. Unsere Daten werden über kurz oder lang geklaut, damit fremde Leute mit unseren Daten Geld verdienen. Leider wird diese These von den meisten unbemerkt bestätigt und weiter getragen. Mir stellt sich die Frage, wie lange sich das soziale Leben unter diesen Bedingungen aufrecht halten kann.

 

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