Schummeln 2.0

„Smart“, aber trotzdem unerlaubt: Immer mehr Schüler nutzen das Smartphone als Prüfungshilfe. Spickzettel waren einmal.

von Niklas Harnisch 

Um die Fragen eines Lehrers zu beantworten, schalten manche Schüler immer häufiger ihren Kopf aus und das Smartphone an. Wozu auch anstrengen, wenn man auf diversen Internetseiten die Antwort doch ganz einfach ablesen kann? www.gutefrage.net ist ein gutes Beispiel dafür.

Alles begann 1973, als Motorola den Prototypen eines tragbaren Telefons auf den Markt brachte. Es dauerte nicht lange bis aus dem farblosem LCD Display ein kunterbunter HD Display wurde. Das legendäre Smartphone entstand, ein multifunktionales Gerät, das unseren Lebensalltag ungemein erleichtert.

Beinahe jede Firma auf dem Markt, die mit Elektrotechnik zu tun hat, produziert bereits mehrere Generationen an Smartphones. Auch die Internetanbieter haben darin eine Kapitalmöglichkeit gesehen und bieten längst Flatrates an, die es dem Nutzer ermöglichen, stundenlang ohne Zeitlimit an jedem Ort im Netz zu surfen.

So war es nur eine Frage der Zeit, bis die schlauen Handys auch ihre Verwendung im Unterricht fanden. Man findet zwar immer noch eine strikte Regel in der Schulordnung, die da heißt:,,Keine eingeschaltenen Handys oder unangemeldeten technischen Geräte in den Schulräumen.“ Aber die Realität sieht anders aus, egal ob im Vertretungs- oder Normunterricht, findet man bei vielen Schülern ein Smartphone unter dem Tisch, auf dem Schoß oder in der Hand. Über die Konsequenzen, wenn man beim Chatten in WhatsApp oder beim Surfen erwischt wird, macht sich keiner Gedanken. Die Lehrer sind da aber auch nicht unschuldig, häufig sieht man sie ebenfalls in den Pausen mit einem Smartphone, wenn nicht sogar kurz im Unterricht, nur um schnell mal etwas nachzuschauen.

Auch der Spickzettel ist veraltet. Einfacher und praktischer ist es, mitten in der Arbeit auf relevante Seiten im Internet zuzugreifen. Schnell beendet man die Klausur mit einer unverdienten Note, soweit man sich nicht erwischen lässt. Ist die Sache mit dem Schummeln tatsächlich so einfach geworden und wo führt diese Entwicklung hin?

Man sollte klare Änderungen vornehmen. Natürlich gibt es gute Gründe für ein Handy in der Schule, wie zum Beispiel: Nie wieder den Taschenrechner zu vergessen, mal eben das elektronische Periodensystem in Chemie abzurufen, oder das Englisch-Wörterbuch nutzen zu können. Viele Lehrer gehen somit auf das Smartphone im Unterricht ein, wie einige Schüler berichten. Allerdings ist der „Gefahrenfaktor“ doch höher: Schummeln wird noch einfacher, mancher ehrliche Schüler fühlt sich gestört und die Ablenkungsgefahr ist einfach zu groß.

Fazit: Technische Innovation schön und gut, aber im Unterricht sollte sie nur dort zum Einsatz kommen, wo sie sinnvoll ist. Und wer Angst vor schlechten Prüfungsergebnissen hat – wie wäre es vielleicht doch erst mal einfach mit Lernen?

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