Interview mit Werner Böckle

Der Leiter der Abteilung Führungskräfteentwicklung und Grundsatzfragen der KSPG AG in Neckarsulm im Gespräch 

Das Interview führten Elisabeth Bauer und Karlo Jurcevic

Redaktion: „Wie sind Sie zu einem so erfolgreichen Manager geworden? Was muss man dafür studieren?“
Böckle: „Ich bin im Bereich des Personalwesens tätig und bin für die Führungskräfte und die Weiterbildung sowie für die Förderung und Grundsatzfragen verantwortlich, sprich für die Personalpolitik. Ich bin ausgebildeter Pädagoge und Gymnasiallehrer für Sport, Geographie und  Geschichte. Ich bildete mich weiter als Personalkaufmann und habe dann als Personalreferent in anderen Unternehmen gearbeitet. 1988 begann ich bei der KSPG AG als Personalreferent. Durch die Ausgliederung eines Geschäftsbereiches konnte ich Personalleiter werden. Was mich damals schon interessiert hat, war natürlich die Technik und Technologie. Ich war zunächst für das Personal der KS Aluminium-Technologie zuständig. Dort werden Motorblöcke für die großen Motoren hergestellt, die wir in unserem Rundgang gesehen haben und als Pädagoge hat mich die Technik, die hier angewandt wird, begeistert.“

Redaktion: „Dann üben Sie ja jetzt einen anderen Beruf aus, als das, was Sie studiert haben?“
Böckle: „Das würde ich so nicht sehen. Ich bin ja in der Führungskräfteentwicklung und damit auch in der Weiterbildung und Förderung von Menschen tätig, wie auch heute in der Förderung von Stipendiaten der Roland Berger Stiftung. Das hat ja schon etwas mit Pädagogik zu tun. Aus dem Grund würde ich mich nicht als fachfremd in diesem Fachgebiet bezeichnen.“

Redaktion: „Wie lange setzt sich die KSPG denn bereits für den Umweltschutz ein?“
Böckle: „Mit der Bewegung der Grünen hat der Umweltschutzgedanke in der Bundesrepublik Deutschland vor 25 bis 30 Jahren begonnen. Seitdem gab es auch gesetzliche Entwicklungen, Vorschriften und Richtlinien, denen wir immer sehr nahe kommen. Wir verfolgen die Zielsetzung einer verbrauchs- und schadstoffarmen Motorentechnik. Das bedeutet auch CO2– Reduzierung und diesem Thema haben wir uns verschrieben. Heute haben Autos mit einem 8-Zylinder-Motor noch einen CO2-Ausstoß von 180 g und das Ziel der Automobilindustrie ist es, unter 100 g Ausstoß zu kommen. Es gilt entsprechende EU-Vorgaben einzuhalten und wir unterstützen mit unseren Produkten die Automobilhersteller.“

Redaktion: „Heißt das, Sie kümmern sich jetzt um den Schadstoffausstoß für alle Autohersteller in Deutschland?“
Böckle: „Also, wir beliefern einen Großteil der Autohersteller nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit. Aber wir haben leider nicht in allen Modellen aller Fahrzeuge unsere Bauteile, sonst wären wir viel größer.“

Redaktion: „Aber es wäre schon ein großes Ziel, dass alle Autos dann Ihre schadstoffreduzierten Komponenten beinhalten?“
Böckle: „Ja, also es gibt ja auch andere Unternehmen, die jetzt in eine ähnliche Richtung wie wir unterwegs sind, aber in gewissen Sachen hat eben jeder Vor- und Nachteile. Eines unserer Fachgebiete liegt beispielsweise auf der Entwicklung unseres Range Extenders, des Zusatzmotors für Elektroautos, den wir gerade entwickeln.“

Redaktion: „Das hört sich aber sehr interessant an! Was war denn dann der größte Erfolg in Ihrem Leben?“
Böckle: „In meinem Leben der größte Erfolg? Das würde ich in zweierlei Hinsichten sehen: einmal privat, dass ich zwei Kinder großziehen konnte, die, so denke ich, gut geraten sind. Und meinen Gesamtlebenserfolg für mich persönlich würde ich im beruflichen so werten, dass ich in der freien Wirtschaft Fuß fassen konnte. Es macht mich stolz, dort durch entsprechende Vorleistungen, die ich schon am ersten Arbeitstag gebracht habe, eine gewisse Art von Karriere gemacht zu haben und somit nun direkt unterhalb des Vorstandes stehe.“

Redaktion: „Da passt ja der Slogan der KSPG AG sehr gut zu Ihrem eigenen Interesse. Ich fand diesen Slogan „Unsere Kinder werden Fragen stellen, dessen Antworten wir heute schon kennen müssen“, so toll. Den vertreten Sie ja auch so, oder?“
Böckle: „Im Prinzip ja, denn wir wollen schließlich schon heute Antworten auf eine gelungene und weiterentwickelte Zukunft geben. So ist beispielsweise der Verbrennungsmotor ein Thema, das wir nach diesem Slogan verfolgt haben und weiterhin verfolgen werden.“

Redaktion: „Das ist schön. Wir bedanken uns für das aufschlussreiche Gespräch!“
Böckle: „Sehr gerne! Es hat mich gefreut, dass auch junge Menschen wie Ihr Stipendiaten Interesse an der heutigen Technik zeigt, indem Ihr bei uns zu Besuch gewesen seid!“

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