Mein Hobby: 2. Hornistin im Jugend-und Blasorchester Leipzig

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Viele Jugendliche und Kinder denken, ein klassisches Musikinstrument zu spielen sei langweilig. Man muss stundenlang üben und hat viel Arbeit. Aber besonders wenn man in einem Orchester musiziert, kann man viel Spaß haben und schöne Dinge erleben. Ich spiele Waldhorn im Jugend- und Blasorchester Leipzig und werde hier jetzt ein wenig darüber erzählen, wie das so ist.

von Emilie Grallert

Ich spiele mein Instrument seit ich sieben Jahre alt bin, also seit ungefähr sieben Jahren, und darauf gebracht hat mich meine Mutter. Sie spielt nämlich auch im selben Orchester das gleiche Instrument wie ich. Immer wenn sie zu Hause geübt hat, habe ich mir gedacht: „Das klingt so schön, das möchte ich auch können!“

Ich begann mit Blockflötenunterricht, denn im Jugend- und Blasorchester Leipzig ist es so, dass man erst Blockflötenunterricht nimmt, um die Notenwerte, Pausen und Tonleitern zu lernen und sich später für ein richtiges Orchesterinstrument entscheidet. Ein Jahr lang übte ich mit den anderen Blockflötenkindern. Zum Schluss konnten wir gemeinsam Kinderlieder vorspielen. Immerhin. Zu der Zeit durften wir bereits bei den „Pfiffigen Musikussen“ als Blockflöte mitspielen. Klingt lustig, ich weiß, aber ich muss zugeben, dass ich da schon sehr stolz auf mich war. Die „Pfiffigen Musikusse“ sind unser Nachwuchsorchester in sinfonischer Besetzung mit Holz- und Blechblasinstrumenten, Schlagwerk und einigen Blockflöten. Gesamtprobe ist jeden Dienstag und alle 14 Tage ist die Registerprobe, an der jeweils nur die Blechbläser oder die Holzbläser teilnehmen. In diesem Orchester ist man ungefähr bis man 12 bis 14 Jahre alt ist. Kinder, die bereits ein Instrument gelernt haben, können auch als „Quereinsteiger“ zu den Pfiffigen Musikussen kommen.

Mein großes Ziel war es aber, ins Jugendorchester zu wechseln, denn dort wird auf einem Niveau musiziert, das ich unbedingt auch erreichen wollte. Um in das Jugendorchester aufgenommen zu werden, musste ich ein Vorspiel absolvieren. Das findet einmal jährlich statt. Alle Bewerber spielen dann ein selbst gewähltes Stück vor und können bei Eignung im Jugendorchester aufgenommen werden. Ihr könnt Euch sicher vorstellen, wie aufgeregt ich war und wie erleichtert und glücklich, als ich erfuhr, dass es tatsächlich geklappt hatte und ich aufgenommen war!

Im Jugendorchester musizieren etwa 50 Musikerinnen und Musiker. Das Repertoire besteht aus klassischer Musik, Musicalmelodien, Rock und Pop, Filmmusiken und moderner, konzertanter Musik. Jeden Mittwoch von 17:30 bis 20 Uhr ist Gesamtprobe. Zweieinhalb Stunden Probe zu haben ist natürlich ein wenig ermüdend, aber das Proben ist wichtig, um die Stücke einzustudieren. Außerdem kann man bei den Proben auch seine Freunde treffen und der Applaus nach einem gelungenen Konzert ist immer die schönste Belohnung für die viele Arbeit.

Es gibt übrigens auch noch die ISKRA Oldstars, den Klangkörper für die, die vor allem Unterhaltungs­musik machen wollen und aus beruflichen oder familiären Gründen weniger Zeit zum Proben haben. Die ISKRA Oldstars haben eine Besetzung von etwa 25 Musikern und pro­ben zweimal im Monat.

Im März 2013 konnte ich erstmals gemeinsam mit dem Jugendorchester das Jahreskonzert im Großen Saal des Gewandhauses zu Leipzig bestreiten. Für das Orchester und den gesamten Verein stellt dieses Konzert den jährlichen Höhepunkt der Konzertsaison dar. In diesem Jahr moderierte Gunther Emmerlich unser Programm. Zum Konzertabschluss begleitete unser Orchester drei Sologesangsstücke des bekannten Sängers.

Das Konzert vor mehr als 1000 Zuhörern war eine tolle Entlohnung für die lange Probenphase. Dazu passt auch der Spruch, der die Gewandhausorgel ziert: „Res severa verum gaudium“ – „Die wahre Freude ist eine ernste Sache“.

Momentan bereiten wir uns auf unsere beiden traditionellen Weihnachtskonzerte in zwei Leipziger Kirchen vor. Das Motto der Konzerte ist in diesem Jahr „Legenden der (Weih-)Nacht“.

Über das Jahr verteilt bestreiten wir unterschiedliche Konzerte und fahren zu verschiedenen Proben- und Konzertreisen. Die unter 23jährigen Musiker des Vereins durften am Anfang der Sommerferien zu unserem Partnerorchester aus Collegno nach Viù in Italien fahren. Und ich war dabei! Bei diesem internationalen Musikcampus wurden neue Stücke einstudiert und ein straffer Probenplan mit vielen Proben, auch in den einzelnen Instrumentengruppen, verfolgt. Trotz der vielen Proben war diese Fahrt nach Italien für uns alle ein besonderes Erlebnis, denn wir schlossen neue Freundschaften mit Musikern aus Italien.

Übrigens nehmen auch die Pfiffigen Musikusse mit eigenen Musiktiteln an unseren Konzerthöhepunkten teil. Einmal im Jahr machen sie eine gemeinsame Sommerfahrt. Dort proben sie und haben natürlich jede Menge Spaß.

Sucht jemand von euch noch ein sinnvolles Hobby? Es ist nie zu spät, ein Instrument zu lernen! Vor allem denjenigen, die schon ein Instrument spielen, kann ich es wärmstens empfehlen, in ein Orchester einzutreten, denn dadurch macht das Musizieren besonders viel Spaß.

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