„I knit so I won’t kill people“

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von Noelle Rönsch

Früher habe ich nie verstanden, was meine Mutter am Stricken so begeisterte. Stricken – das waren für mich kratzige Ringelsocken und unförmige Pullover im Zopfmuster, eine Beschäftigung, die höchstens für Großmütter interessant sein konnte. Bis ich zum ersten Mal selbst Nadeln und Wolle in die Hand nahm und nach etlichen Fehlversuchen einen dicken, weichen, dunkelgrünen Schal fabrizierte. Das mag nicht besonders klingen, doch für mich war es der Beginn eines Hobbys, das mich bis heute immer weiter begeistert.

Denn eigentlich ist diese Handarbeit gar nicht so altmodisch. Madonna, Julia Roberts oder die Biathletin Magdalena Neuner machen vor, was mittlerweile für viele junge Leute zum Trend geworden ist. Ob in der Bahn, in der Uni oder in Cafés, überall sieht man junge Frauen (und Männer!), die sich dem Stricken verschrieben haben.

Vielen gefällt es, persönliche Geschenke oder Kleidung herzustellen, die es in keinem Laden zu kaufen gibt. Diese Unikate verleihen Individualität und Selbstbewusstsein, andere wollen sich einfach vom Alltagsstress entspannen und finden Ruhe im Klappern der Nadeln. Außerdem ist die Handarbeit eine tolle Möglichkeit, Menschen zu treffen oder neu kennenzulernen. In Strickcafés, die in den letzten Jahren immens an Beliebtheit gewonnen haben, kann man sich bei Kaffee und Kuchen mit Gleichgesinnten austauschen und gemeinsam stricken.

Bei Aktionen wie dem „Guerilla-Stricken“ wird auch der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass das Stricken nun endgültig voll im Trend ist. Hierbei werden in Städten Bäume, Pfeiler oder Fahrräder eingestrickt und so verschönert.

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Übers Internet werden zudem gemeinnützige Projekte gestartet, bei denen StrickerInnen aus ganz Deutschland Patchworkdecken für Krebskranke und Söckchen für Neugeborene stricken.

Für mich persönlich spielt das Stricken eine große Rolle, da es mir hilft, nach der Schule auszuspannen und Stress abzubauen. Unter meinen Freunden sind gestrickte Tücher und Mützen beliebte Geschenke, eine Freundin hat mich erst gestern gebeten, ihr bei einem Schal zu helfen, den sie ihrem Freund zu Weihnachten schenken will. Sogar im Unterricht wird gestrickt – auch wenn die Lehrer manchmal verdutzt sind, wenn wir die Nadeln rausholen.

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