„Hungernde gehen mich doch nichts an, solange es mir gut geht!“

Sobald das Wort „Hungernde“ fällt, assoziieren viele Menschen damit sofort Gebiete wie Afrika, die von massiver Hungersnot befallen sind. Dass aber auch Menschen in vermeintlich besser gestellten Gebieten wie zum Beispiel Amerika von der Hungersnot betroffen sind, übersehen wir dabei oft bewusst. Und überhaupt – wieso richten wir den Blick nicht auf unsere Konsumgesellschaft, die in der Lage wäre, den Hunger weltweit zu bekämpfen?

von Kaltrina Berisha

In unserer westlich geprägten Gesellschaft gehört Essen zu den Grundbedürfnissen, die eine Selbstverständlichkeit darstellen. Nahrung ist scheinbar deshalb nichts Kostbares  mehr – nicht so kostbar wie der Erwerb eines Smartphones oder ähnlichem.

Aber Lebensmittel sind wertvoll, sie sind das Kostbarste überhaupt, besonders für die, die sie nicht besitzen! Und doch landet jedes achte Lebensmittel, das wir einkaufen, im Abfalleimer. Aufs Jahr gerechnet wirft jeder von uns durchschnittlich 82 Kilogramm Lebensmittel weg – das sind etwa zwei vollgepackte Einkaufswagen. Der Abfallberg, den alle Deutschen in Summe aufhäufen, wiegt 6.700.000.000 Kilogramm.

Und trotzdem ist der Gedanke an Hungernde viel zu weit weg, oder wer denkt etwa darüber nach, dass weltweit einer von acht Menschen jeden Abend hungrig einschlafen muss?

Woran liegt es? An zu mangelnder Bildung und Aufklärung oder einfach an Desinteresse? Vielleicht etwas von beidem, aber wer kennt schon die ganze Geschichte hinter unserer Konsumgesellschaft? Wer weiß, dass Hunger das größte lösbare Problem weltweit darstellt? Die Antwort darauf ist kristallklar: So gut wie niemand, weil sich eben niemand damit befassen will – so lange es einem selbst gut geht.

Nehmen wir zum Beispiel die Gurke her. Kennt jemand die Norm, die die Form einer Gurke festlegt? Denn eine Gurke der besten Güteklasse muss „gut geformt und praktisch gerade sein“ und darf eine „maximale Krümmung“ von zehn Millimetern auf zehn Zentimeter aufweisen. 

Doch was wäre, wenn wir die Normen nicht beachten würden und stattdessen das vermeintlich „schlechte“ Essen denen geben, die es brauchen, um ihre Existenz abzusichern? Dann würde unsere Welt sicherer sein, da viele Kriege um Nahrung nicht geführt werden müssten.

„Aber als Einziger kann ich nicht viel erreichen!“ – Stimmt allein nicht! Aber würde jeder bloß einen Teil dazu beitragen, sei es groß oder klein,  so würde sich was im positiven Sinne verändern und zwar die zwischenmenschliche Beziehung. Es wäre ein „kleiner Schritt für den Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit.“ (Neil Armstrong)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.