„Sehr blaue Augen“ von Toni Morrison

Eine Buchbesprechung von Mine Aktas

Mit neun Jahren von ihrem eigenen Vater vergewaltigt, schwanger, von der Mutter nicht akzeptiert. Das ist die Geschichte des kleinen afroamerikanischen Mädchens Pecola. Jede Nacht betet es für blaue Augen und blondes Haar, um endlich einmal schön sein zu dürfen und von der Gesellschaft akzeptiert zu werden.

Toni Morrison beschreibt in ihrem Romandebüt von 1979 das Leben aus der Sicht einer kleinen Afroamerikanerin in einer schwarz-weißen Welt. Die kleine Pecola fragt sich, warum alle in ihrem Umfeld dunkle Haut und dunkle Haare haben und die Kinder aus ihrer Schule nicht. Sie verbringt viel Zeit mit den Prostituierten aus ihrer Nachbarschaft und sieht sie anstelle ihrer Mutter als ihre Bezugsperson für Liebe und Zuneigung. Niemand scheint sich für sie zu interessieren, sodass die kleine Pecola auf sich allein gestellt ist.

Vom ersten Satz an ist man in den Bann dieser mitreißenden Geschichte gezogen, man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand geben. Es ist erschreckend, zu sehen, wie schrecklich die Umstände damals waren, unter denen die Afroamerikaner in den Vereinigten Staaten aufwachsen und leben mussten, zum Teil heute immer noch müssen.

„Sehr blaue Augen“ von Toni Morrison ist ein empfehlenswertes Buch, das den Lesern das Leben der Afroamerikaner auf eine emotionale und mitfühlende Weise sehr nahe bringt.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.