Menschenwürde: Vertrauen. Ehrlichkeit. Hilfsbereitschaft. Liebe

von Safiye Sahin

Menschenwürde, Vertrauen, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Liebe – all diese Wörter wirken so einfach und auch ein wenig unstrukturiert auf uns. Sie wirken so klein im Verhältnis dazu, was sich hinter ihnen verbirgt, oder besser: verbergen kann. Wir scheinen die Bedeutung dieser Wörter schon längst vergessen zu haben, verbraucht und in gewisser Weise sogar missbraucht. Wenn man dich fragen würde, was Menschenwürde, Vertrauen, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft oder Liebe bedeutet, was würdest du da antworten? Würdest du sagen, dass es das Grundlegende ist, was einen Menschen ausmacht, oder dass das Wort Menschlichkeit all diese Eigenschaften umfasst? All diese Dinge, die in einer Gesellschaft wie dieser so an Bedeutung verloren haben und nur noch so selten wahr genommen werden, stecken eigentlich in jedem von uns. Wir alle sind bereit zu lieben, zu vertrauen, ehrlich und hilfsbereit zu sein. Wir alle sind bereit, für eine bessere Gesellschaft zu kämpfen. Nur haben eben einige von uns Angst davor, all die Liebe und materiellen Dinge in ihrem Leben zu teilen, nicht zuletzt deshalb, weil sie die falschen Menschen erreichen könnten. Wir haben Angst, zu spenden und hilfsbereit zu sein – weil man nicht jeder Organisation oder jedem Menschen auch wirklich trauen kann. Wir fürchten uns vor der Ehrlichkeit, weil wir damit möglicherweise auf Schwierigkeiten stoßen. Wir haben Angst vor der Liebe – weil vielleicht jemand uns das Herz brechen könnte. 
Wenn wir den Mut haben, unsere Ängste beiseite zu schieben und das leben, was in uns ist, dann bekommen diese Begriffe plötzlich ihre wahre Bedeutung und wir können eine bessere Gesellschaft schaffen. Zusammen ist man mutiger, stärker. Wir können vielleicht keine Kriege verhindern, aber wir können versuchen, so vielen Kindern wie möglich Bildung zuteil werden zu lassen, um ihnen zu einem selbstbestimmten Leben zu verhelfen, einem würdevolleren Leben.  Wir können mehr tun, als wir denken! Wir besitzen so viele Dinge, auch wenn es uns gar nicht so vorkommt, und vielleicht sind wir für deutsche Verhältnisse nicht die reichsten Menschen, aber es reicht immer noch, um zu teilen. Und darum geht es: teilen zu können. Wenn du deine Arme für andere öffnest, wirst du auf jemanden treffen, der deine Umarmung erwidert – der deine Hilfe in diesem Moment benötigt und dir dafür etwas zurück gibt. Öffne deine Augen für die kleinen Dinge dieser Welt! Du musst nichts Weltbewegendes tun, um anerkannt zu werden. Aus einem Tropfen wird ein Meer, also fang klein an. Und vielleicht schaffen wir alle es, die Welt von zumindest einer einzigen Person zu verändern. Dann haben wir schon viel bewegt.

„Die Welt ist voll von habgierigen, selbstsüchtigen Menschen. Deshalb haben die wenigen, die selbstlos versuchen, anderen zu dienen, einen ungeheuren Vorteil: sie stehen praktisch konkurrenzlos da.’’ (Dale Cargenie)

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