Ein Ausbruch nach 400 Jahren Stille

von Emilie Grallert

Manche von Euch müssen Indonesien vielleicht erst im Atlas nachschlagen, doch mit beinahe 130 aktiven Vulkanen ist das südostasiatische Land bei Vulkanologen in aller Munde. Der weltgrößte Inselstaat war schon oft wegen katastrophaler Vulkanausbrüche und Erdbeben in den Medien, denn da Indonesien auf dem pazifischen Feuergürtel liegt, sind hier solche Naturkatastrophen besonders häufig.

Sicher sagt vielen der Name des Vulkans Krakatau etwas, der traurige Berühmtheit erlangte, indem er sich im Jahr 1883 in einer gewaltigen Explosion selbst zerstörte. Diese Eruption zog gewaltige Verwüstungen nach sich und insgesamt forderte die Katastrophe über 36.000 Opfer. Folgeerscheinungen wie Tsunamis verwüsteten damals große Teile von Java und Sumatra.

Seit 1927 wächst an der Stelle, wo vorher der Krakatau stand, ein neuer Vulkan: der Anak Krakatau, bei dem es seit einigen Jahren zu kleineren Ausbrüchen kommt.

Doch nun fliehen in Indonesien über 22.000 Menschen vor den Aschewolken und Lavaströmen eines Vulkans, von dem man so etwas gar nicht erwartet hatte: dem Sinabung im Norden der Insel Sumatra nahe des Tobasees.

Dieser Vulkan schwieg rund 400 Jahre lang, bevor er im August des Jahres 2010 wieder erwachte und 30.000 Menschen in die Flucht trieb. Seit September 2013 ist er nun wieder besonders gefährlich und spuckt täglich bis zu 50 mal Asche. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde in Indonesien stieß der Vulkan auch schon 60 mal Lava aus. Die Sicherheitsstufe wurde erhöht und der Radius der Sicherheitszone um den Sinabung auf 7 km erweitert, denn man geht davon aus, dass der Vulkan noch eine Weile aktiv bleibt. Die Menschen harren in dieser Zeit in Notunterkünften aus, sind aber laut Helfern schlecht versorgt und es gab auch schon erste Todesfälle.

Als der Sinabung am Samstag, dem 1. Februar 2014, endgültig ausbrach, kostete das mehr als ein Dutzend Menschen das Leben, die sich in der Sicherheitszone um den Sinabung aufgehalten hatten. Es werden allerdings auch noch über 50 Menschen vermisst. Die Regierung hatte erst am Freitag bereits knapp 14.000 Einwohnern erlaubt, wieder ihre Häuser zu beziehen und das offizielle Gefahrengebiet auf 5 km verkleinert.

Bei der Eruption vom Samstag handelte es sich aber keineswegs um die finale Eruption. Der Sinabung bleibt weiterhin sehr aktiv; in der Nacht zum Sonntag wurden neun Eruptionen beobachtet.

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