Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

von Luisa Urban

Auf der Suche nach einem passenden Studium oder gar Beruf verzweifeln viele Schüler. Die Auswahl an Möglichkeiten ist so breitgefächert, dass man nur schwer eine Entscheidung treffen kann. Aus diesem Grund versuche ich so viele Praktika wie möglich zu machen, und so einen Einblick in die Berufsfelder zu bekommen, die mich interessieren. Dazu nutze ich auch gerne die Ferien, denn in der Schulzeit besteht nicht die Möglichkeit nebenbei noch viele Berufserfahrungen zu machen.

So bekam ich die Chance, an einer Schule des Internationalen Bundes (nachfolgend IB genannt) ein einwöchiges Praktikum zu absolvieren, bei dem ich den Lehrerberuf an der Grundschule kennen lernte. In diesem Rahmen begleitete ich eine erste Klasse über die Woche, saß mit im Unterricht und gestaltete mit den HortnerInnen die Freizeit der Kleinen.

Wenn auch der Lehrerberuf einen sehr klassischen Beruf darstellt, so unterscheiden sich die Schulen des IB von staatlichen Schulen, denn sie versuchen das Prinzip nach Maria Montessori anzuwenden und so mit Hilfe von Reformpädagogik allen Kindern die bestmögliche Bildung zuteil kommen zu lassen. Nicht selten überraschten mich Unterrichtseinheiten wie die „Zeit der Stille“ oder die Freiarbeit, in denen die Kinder selbstständig an ihren Aufgaben arbeiten sollten, und das nach gerade mal einem halben Jahr Schule. Wie auch Prof. Gerald Hüther formulierte: „Was Bildung in Wirklichkeit ausmacht: begeisterte Selbstbildung. Nicht die passive Aneignung von Wissen, sondern das Wecken eines Geistes, der neue Erkenntnisse und neues Wissen hervorbringt.“

Für mich persönlich war es wirklich sehr erstaunlich zu merken, wie sehr die 6- und 7-Jährigen sich auf diese Phasen des eigenständigen Arbeitens freuten. Begeistert stürzten sie sich auf die Aufgaben und scheuten sich nicht, auf die Lehrer oder mich als Praktikantin zuzugehen und Fragen zu stellen.

Viele Momente in dieser Woche haben mich angeregt, über die richtige Art von Förderung nachzudenken, ohne jedoch zu einem Ergebnis zu kommen. Ich denke, der wohl wichtigste Aspekt ist, dass die Förderung auf den Menschen zugeschnitten ist und sich auf seine Stärken und Schwächen konzentriert. Daher war ich sehr begeistert von der Freiarbeit, denn die Schüler können sich einteilen, wann sie welche Aufgabe lösen wollen, haben jedoch ein Pensum in einem festgelegten Zeitraum zu erfüllen. Durch dieses Konzept lernen die Kinder schnell selbstständig Aufgaben zu bewältigen. Dies geschieht in einer sehr wohnlichen Umgebung, in der die Kinder sich wohl fühlen sollen. Dies beschreibt auch Maria Montessori: „Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.“

Abschließend kann ich sagen, dass ich ein wirklich interessantes Praktikum gemacht habe und viele Erfahrungen sammeln durfte. Jedoch weiß ich jetzt umso besser, dass der Grundschullehrer kein Beruf ist, den ich mein Leben lang ausführen möchte. Nichts desto trotz lege ich jedem ans Herz Praktika zu machen, denn auch wenn man nicht das richtige gewählt hat, so ist man immer an Erfahrungen reicher. Die Zeit wird also keinesfalls verschwendet sein!

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