Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Was passiert, wenn ein Fuchs die Katze eines hundertjährigen Mannes tötet? Der Hundertjährige sprengt den Fuchs. Das ist zwar etwas ungewöhnlich, aber so denkt die Hauptfigur Allan Karlsson im Film “Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“.

Eine Filmrezension von Ludwig Hettmann

2009 veröffentlichte der Schwede Jonas Jonasson seinen Debütroman „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. Der Roman wurde schnell zum internationalen Bestseller. Jetzt hat der Regisseur Felix Herngren die Geschichte verfilmt. In der am 20. März 2014 in den Kinos angelaufenen Filmkomödie spielen hauptsächlich schwedische Darsteller, die bei uns in Deutschland eher unbekannt sind. Die Hauptrolle, nämlich die des hundertjährigen Allan Karlsson, wird von dem in Schweden berühmten Komiker Robert Gustafsson gespielt.

Die Handlung im Film entspricht nicht exakt der Handlung des Romans. Vereinfachte Handlungsstränge und Zeitebenen führen zu einer deutlich besseren Nachvollziehbarkeit als im Buch.

Darum geht es im Film: Die Geschichte ist in zwei Stränge geteilt. Zum einen gibt es die Rahmenhandlung, die am 100. Geburtstag der Hauptperson beginnt und im Jetzt spielt, zum anderen die Rückblenden und Erzählungen eben dieser Person aus ihrem Leben. Man erfährt also die Lebensgeschichte des Hundertjährigen. Diese ist gekoppelt mit den wichtigsten historischen Ereignissen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wie z.B. dem Kalten Krieg, dem Mauerfall, dem spanischen Bürgerkrieg, dem Bau der Atombombe, etc., bei denen er mitgemischt hat.

Vor allem beim letzten Punkt spielt die Vorliebe Allans für Explosionen und jegliche Form von Sprengstoff eine wichtige Rolle. Die Rahmenhandlung rückt dadurch allerdings nicht in den Hintergrund. Auch wenn im Film die Handlung teils gekürzt wurde, ist sie trotzdem noch unglaublich umfangreich. Der einzigartige Humor, der zugegebener Maßen teils etwas makaber wirkt, ist absolut unübertrefflich, einfach klasse!

Durch das naive kindliche Verhalten des hundertjährigen Allan entsteht schnell eine enge Sympathie zu diesem Charakter, wie ich sie bisher nur in „Forrest Gump“ gesehen habe. Auch der stilistische Aufbau weist Parallelen auf durch die sehr lustige Darstellung der Geschichte mit auch traurigen Aspekten.

Dabei spielt für Allan ein zentraler Grundsatz eine wichtige Rolle: „Denk nicht so viel nach“, sagte seine Mutter am Anfang des Filmes zu ihm, und genau dadurch kommt er zu seinen unfassbaren Abenteuern, angefangen bei Spionage bis zur Inhaftierung mit Albert Einsteins Bruder Herbert Einstein im Gulag und nicht zu vergessen der rege Alkoholgenuss mit unzähligen Staatsoberhäuptern.

Alles in allem kann ich nur sagen, dass dies ein mit sehr viel Liebe und Mühe fürs Detail produzierter Film ist und er es definitiv wert ist, einen Abend Eures Lebens in Anspruch zu nehmen!

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