Wer braucht Stalker, wenn es die NSA gibt?

von Niklas Harnisch

5.000.000.000 Standortdaten sammelt die NSA pro Tag aus der ganzen Welt – außer aus den USA. Ja, die NSA weiß wahrscheinlich mehr über dich als alle anderen deiner Freunde. Selbst das einfache Googeln der Hausaufgaben reicht, damit du überwacht werden darfst. Man darf aber auch überwacht werden, wenn man diese Dienste nicht nutzt. Denn die National Security Agency ist berechtigt, dich über Freunde und Bekannte über drei Wege zu überwachen. Wenn zum Beispiel eine Person 260 Kontakte im Handy hat, so darf die NSA ungefähr 2604 = 4.569.760.000 Personen ausspionieren. Um die Datenschutzrechte zu umgehen, sammelt die NSA sogenannte Metadaten, so kann die NSA nicht nur ein-und ausgehende Rufnummern speichern, sondern auch die Länge des Telefonats und die Auskunft darüber, wie weit der nächste Sendemast entfernt ist, um auch deinen Standort herauszufinden. Dazu verwendet die NSA das Spionageprogramm „PRISM“. Als ob das nicht genug wäre, hat die NSA sogar die Möglichkeit, deine Kamera und dein Mikrofon zu aktivieren, bei manchen Handy-Modellen kann sie dich sogar abhören, wenn dein Handy ausgeschaltet ist.

Da die NSA auch mit großen Firmen wie Google zusammenarbeitet, werden Programmiercodes zur Überwachung sogar in das Android-Betriebssystem eingebaut. Daraus können wir entnehmen, dass 75% der weltweit verkauften Smartphonenutzer überwacht werden können. Den netten Mitarbeitern der NSA ist sogar dein Liebesleben wichtig, es gab Einzelfälle, in denen die NSA Liebesbeziehungen überwachte. Die Reaktion vonseiten der NSA war zumindest in diesem Fall annehmbar, denn die Mitarbeiter sagen aus, dass dies nur in Einzelfällen passiert ist und hart bestraft wird. Als ich nochmal genau überlegte, wie ich diese Informationen verarbeiten wollte, habe ich mich gefragt, wie man eigentlich noch sicher und privat leben kann. Leider muss ich sagen, dass ich keine wirklich realisierbare Lösung gefunden habe. Apps wie Telegram bieten die Möglickeit, ein tatsächlich privates Gespräch zu starten. Das Ganze orientiert sich am Stil von Whatsapp, nur dass die Nachrichten verschlüsselt losgeschickt und auf dem Smartphone des erwünschten Empfängers entschlüsselt werden. Ich persönlich hoffe, dass sich etwas zum Guten für die Nutzer ändert. Ich habe zwar nichts zu verbergen, aber bin trotzdem nicht gerade beruhigt, wenn ich mit dem Gedanken leben muss, dass meine Gespräche und Whatsapp-Chats überwacht werden.

Angeblich wusste die Bundesregierung nicht von den Abhörskandalen, aber jetzt sind sogar Gerüchte im Umlauf, dass der Deutsche Geheimdienst mit der NSA zusammenarbeitet. Ob das stimmt kann ich nicht beurteilen, aber für mich wirkt es nicht wirklich abwegig, dass ein Datenaustausch der Nationen stattfindet.

Ich hoffe ihr habt jetzt einen besseren Überblick über eure Daten und denkt mal darüber nach, ob ihr euer Handy wirklich überall dabei haben müsst.

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