Fraunhofer lädt ein

Zum sechsten Mal lädt die Fraunhofer-Gesellschaft in Erfurt zu Seminaren über „Medien und Technologie“ ein. Noch ist Zeit, sich für eine Teilnahme im Herbst zu bewerben. Wir wollen auf die letzte Durchführung der Talent-School zurückblicken.

von Gregor Gindlin, Ludwig Hettmann, Michael Rother und Leon Teke

Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie veranstaltet vom 17. bis 19. Oktober 2014 eine weitere Fraunhofer-Talent-School (FTS) in Erfurt. Wieder werden „Medien und Technologie“ im Mittelpunkt stehen. Dieses Jahr geht es um „Computerspiele als Forschungsthema“, „Musik und Apps“, „Humanoide Roboter“ und „Web-TV“. Um zu vermitteln, was auf der FTS in den einzelnen Kursen erlebt wurde, haben einige Stipendiaten ihre Eindrücke zusammengefasst:

Auf dem Veranstaltungsgelände des Kinder-Medien-Zentrums in Erfurt befindet sich auch der Firmensitz der IOSONO GmbH, welche in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IDMT den Workshop „3D-Audio“ durchführte. Dauerhaft sind wir von Schall umgeben, aber in manchen Momenten wird er uns besonders wichtig. Dann reden wir über „Sound“ und Musik. Das sind nicht nur bei Konzerten, sondern auch im Kino tragende Elemente, welche die Authentizität des Gesehenen entscheidend beeinflussen können. Deshalb ging es der Gruppe, angeleitet von Johannes Wronka und Uwe Michaelis, um das Erstellen einer IOSONO 5.1 Aufnahme. Das bedeutet, dass ein zentraler Zuhörer eine entsprechende Aufnahme aus 5 Lautsprechern aufnimmt, welche in einem Fünfeck um ihn herum aufgestellt sind. Somit kann man Geräusche und Musik aus ganz unterschiedlichen Richtungen wahrnehmen. Vorbild dafür war eine Kostprobe an Filmclips in einem Raum der IOSONO GmbH, der 360° mit Lautsprechern ausgefüllt ist. Die Positionierung der Geräusche im Raum war durch die Wiedergabe über mehr als 120 Lautsprecher so exakt, dass man teilweise glaubte, eine Biene schwirre um den Kopf, obwohl es nur ein Summen der Lautsprecher war. So waren wir am Freitagabend schon fasziniert, in die Theorie eingeführt und motiviert für unser eigenes Soundprojekt. Die folgenden Arbeitsstunden mussten wir intensiv nutzen, um aus Musikstücken und eigenen Studioaufnahmen, Texten, Geräuschen und kleineren Melodien einige Minuten Rohmaterial zu erstellen. Die entscheidende Arbeit, die das Endergebnis von anderen Aufnahmen unterscheidet, lag aber darin, aus den Stereo-Tonspuren eine 5-spurige Aufnahme zu entwickeln. Das fertige Produkt – eine rein auditive Führung durch die Welt der Musik mit einigen Erklärungen – war gemessen an dem unglaublichen Zeitdruck sehr gut, aber entfaltet nur im 5.1 System seine vollständige Wirkung.

Der Workshop in den Räumen von IOSONO war interessant und lehrreich, verknüpfte einen kurzen theoretischen Einstieg mit enormen Praxisphasen und spiegelte den Arbeitsprozess von Soundentwicklung und Studioarbeit wider. Jedem, der sich in dieser Richtung interessiert, kann man eine Zusammenarbeit unter den dortigen Bedingungen nur empfehlen.

Entscheidend für die Weiterentwicklung der Medienlandschaft ist nicht nur die Entdeckung technischer Möglichkeiten, sondern auch der Umgang mit künstlicher Intelligenz und virtuellen Welten. Das Bewusstsein über Computerspiele wurde im Workshop „Computerspiele als Forschungsthema“ erweitert. Doch wie kann man Computerspiele als Forschungsthema betrachten? Nun, wenn man mit unserem Seminarbetreuer Herrn Prof. Dr. Jantke Zeit verbringt, lernt man recht schnell, wie das gehen soll. Denn seine Erklärungen der theoretischen Seite sind nicht nur sehr umfangreich und komplex, sondern auch noch logisch und interessant. Menschen mit solch einem Engagement stellt man sich als Lehrer vor, denn er begeistert seine Schüler unglaublich. Doch natürlich gab es auch sehr viel Praxiserfahrungen mit Computerspielen. Nimmt man Computerspiele als Grundlage für Forschung, kann man auf verschiedenste Aspekte eingehen. Oftmals geht man auf die Psyche des Menschen ein, aber man kann auch versuchen eine taktische bzw. strategische, künstliche Intelligenz zu entwickeln. Dieses Thema ist also sehr vielseitig.

Im Workshop haben wir mit einer sehr benutzerfreundlichen und einfachen Entwicklungsumgebung ein eigenes Computerspiel entwickelt und dabei gezielt auf Elemente geachtet, die wir vorher besprochen hatten. Die Entwicklung macht unglaublich viel Spaß , was eine Teilnahme an einer FTS nur empfiehlt.

Am zweiten Standort des IDMT, Ilmenau, beschäftigte sich das Team für „Web-TV“ damit, interaktiveren TV-Konsum darzustellen:

Die Workshopteilnehmer setzten sich mit dem zunehmenden Phänomen Web-TV und den damit verbundenen Chancen für Fernsehproduzenten, zum Beispiel der Interaktion mit dem Zuschauer, also Social-TV, auseinander. Höhepunkt dieses Workshops war die Arbeit im Fernsehstudio der TU Ilmenau. Dort wurde eine eigene 15-minütige Talkshow produziert, wobei alle Rollen wie Regie, Moderation, Kamera, usw. vom Nachwuchsteam übernommen wurden. Insgesamt macht das unglaublich viel Spaß und lässt einen wertvollen Einblick in die Produktion von Bewegtbildern für das Netz zu.

Es lässt sich resümieren, dass für alle technologisch oder medial Interessierten eine Teilnahme an der Fraunhofer Talent School empfehlenswert ist. Das liegt nicht nur an den Inhalten der Workshops, sondern auch am Rahmenprogramm, durch das geführt wird, sowie den Kontakten, die man auf Bundesebene aufbauen kann. Weitere Informationen zu den diesjährigen Workshops sind hier zu finden: http://www.idmt.fraunhofer.de/fts2014

Video zur Fraunhofer-Talent-School 2013: http://www.youtube.com/watch?v=Tz_4k0tQwxo

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