Büro und langweilig? Ganz und gar nicht! – Unser Praktikum bei der MAHLE GmbH

von Elisabeth Bauer

In den Osterferien hatten wir – Rabia und Elisabeth, beide Stipendiatinnen im Deutschen Schülerstipendium aus Baden-Württemberg – die Gelegenheit, ein viertägiges Praktikum bei der MAHLE GmbH in Stuttgart zu absolvieren. Ihr fragt Euch jetzt vielleicht, wie wir auf die MAHLE GmbH gekommen sind? Ganz einfach: MAHLE ist seit 2011 Förderer des Deutschen Schülerstipendiums der Roland Berger Stiftung. Für uns war das also eine einzigartige Möglichkeit, „unseren“ Unterstützer näher kennenzulernen.

Und wir hatten großes Glück! MAHLE hat Standorte auf der ganzen Welt und ist mit seinen Rund 65.000 Arbeitskräften einer der führenden globalen Entwickler der Automobil- und Motorenindustrie. Die Firma spezialisiert sich auf Motorsysteme und Motorkomponenten, ist Erstausrüster im Bereich Fahrzeugklimatisierung und Motorkühlung und kann seit dem Zusammenschluss mit der Firma Behr nur von einer noch positiveren Bilanz berichten. Das Unternehmen ist also auf allen Linien erfolgreich, und das ist noch bescheiden ausgedrückt! Sicher ist da die Frage nur verständlich: Woher kommt eigentlich dieser Aufstieg?

Schnell haben wir beide die Antwort darauf herausgefunden. Ein Unternehmen kann nur so gut und erfolgreich sein wie seine Mitarbeiter. Wenn sie nicht wären, wie könnte man dann eine Firma erhalten? Gar nicht. Aus diesem Grund ist es bei MAHLE ein sehr wichtiger Punkt, dass sich die Arbeitskollegen untereinander gut verstehen und dass sie nicht nur den ganzen Tag vor ihren Computern sitzen, um etwas zu konstruieren. Der richtige Ausgleich steigert die Leistungsfähigkeit und außerdem noch die Freude an der Arbeit. Das weiß man bei MAHLE, deshalb werden regelmäßig unterschiedliche Seminare angeboten, die das Arbeitsklima fördern sollen.

Rabia und ich durften auf diese Weise am zweiten Tag unseres Praktikums an einem Gesundheitsseminar teilnehmen. Man muss dabei erwähnen: Wir waren positiv überrascht. Das Thema Ernährung wirkt im ersten Moment sicher nicht so, als könnte man sich einen ganzen Tag lang darüber unterhalten, doch wir hatten uns getäuscht. Wir lernten mit zwölf anderen Auszubildenden, was es heißt, sich gesund zu ernähren, wofür wir Energie benötigen und noch vieles, vieles mehr…
Ernährung

Dabei durfte natürlich auch das Ausrechnen des eigenen BMI nicht fehlen. Nach diesem eher theoretischen Teil ging es dann aber erst richtig los. Der Puls musste gemessen werden. In der Ruhelage ging das ja noch, für den Belastungspuls jedoch hatte man einiges an Sport zu treiben, wobei Krafttraining eine entscheidende Rolle spielte.
Training

Nach dieser Anstrengung war den Azubis und uns wieder Erholung gegönnt. In Gruppen erstellten wir eine Ernährungspyramide und so konnte am Ende dieses Tages jeder etwas für sich ganz persönlich mitnehmen. Ihr seht also, bei der MAHLE GmbH macht Arbeiten Spaß!
Pyramide

Bestimmt denkt Ihr Euch jetzt: „Gut, sie haben etwas für ihre Gesundheit gelernt, aber was haben sie denn eigentlich überhaupt direkt bei MAHLE im Unternehmen gemacht?“ Das ist eine berechtigte Frage und darauf wollen wir Euch jetzt Antwort geben.

Wir beide arbeiteten in zwei unterschiedlichen Abteilungen – dem kaufmännischen Bereich und dem technischen Produktdesign.

Im kaufmännischen Bereich beschäftigt man sich zum Beispiel mit dem Erstellen von Bescheinigungen und Arbeitsverträgen, dem Herstellen von Namensschildern für die Auszubildenden, dem Entgegennehmen und Überreichen von Bestellungen an die Arbeiter und dem Beschriften von wichtigen Fächern. Doch nicht nur das, auch das Übertragen von den Stundenplänen Auszubildender in eine Excel-Tabelle erfordert eine Menge Konzentration. In dieser umfangreichen und zugleich vielseitigen Abteilung arbeitete Rabia. Sie berichtete am Ende ihres Praktikums von gleich zwei Höhepunkten. Am dritten Tag durfte sie in der Patentabteilung mitwirken. Hier wird überprüft, welche „Fälschungen“ andere Firmen von MAHLE -Produkten machen. Es kann sich nur um Verpackungen handeln, aber auch bis hin zur Gestaltung von Filtern gehen. Zur Kontrolle einzelner Patente konnte Rabia einen Blick in verschiedene Akten werfen und erwägen, ob sie nicht mehr wichtig sind, also ob es sich um „tote“ Akten handelt, oder ob die Aufzeichnungen noch eine Weile aufbewahrt werden müssen. Mit einer Auszubildenden an der Seite hat das eine Menge Spaß gemacht.

Für eine gelungene Abrundung sorgte schließlich der Besuch beim Produktmanagement am letzten Tag der Woche. Rabia wurden Motoren und Filterarten (z.B. Luftfilter, Ölfilter, Kraftstofffilter etc.) und deren Funktionen gezeigt. Besonders interessant war dabei die Veranschaulichung der Produkte von MAHLE. „Ich habe mir gar nicht vorstellen können, was in einem Auto so alles drin ist“, meinte Rabia am Ende ihres Praktikums und freut sich darauf, vielleicht bei einer zweiten Gelegenheit noch mehr darüber zu erfahren.
Akten

Während Rabia sich im kaufmännischen Bereich umsah, war ich – Elisabeth – gefesselt vom technischen Produktdesign. Nach einer ersten Einführung zusammen mit Studenten, die das Duale Studium gewählt haben, konnte ich so richtig durchstarten. Mit dem Wissen, welche verschiedene Perspektiven einer Figur man zeichnen kann, bekam ich zunächst die Aufgabe, einfache – später auch komplexere – Bauteile auf ein Blatt Papier zu bringen. Das erwies sich als schwerer wie erwartet. Man benötigt mehr Mathematik als Grundlage, als man es sich unter dem Begriff „Design“ zunächst vorstellen würde. Es ist wichtig, Kenntnisse über Flächen, Längen oder auch Volumen zu haben. Anspruchsvoll wird das dann, wenn man seinen kreativen Fähigkeiten unter Beweis stellen muss, indem man die Aufgabe hat, sie mit dem Mathematischen zu verbinden.
Das ereignet sich spätestens zu dem Zeitpunkt, wenn man vor einen PC gesetzt wird und dort seine gezeichneten Flächen als dreidimensionale Körper abtragen soll. Dazu arbeitete ich mit dem Modellierungsprogramm Solid Edge. Das war jedoch noch nicht alles. Danach musste ich meine dreidimensionale Zeichnung wieder zweidimensional konstruieren, diesmal aber am Computer, und anschließend dort die Figuren bemaßen. Besonders witzig fand ich es, dass man seine Zeichnung selbst benennen und sie mit seinem eigenen Namen versehen konnte. Anschließend durfte ich alle meine angefertigten Zeichnungen mit nach Hause nehmen. So sammelte ich nicht nur neue Erfahrungen, sondern behielt zusätzlich viele Erinnerungen an diese lehrreiche Woche.

Unser Praktikumszeit bestand aber natürlich nicht nur aus dem Zusammentreffen mit MAHLE, sondern auch aus einer Menge Freizeit, die wir durch einen Kinobesuch und einen Bowlingabend ausfüllten. An Spaß mangelte es uns in diesen Tagen jedenfalls nicht, was wir auch unserer Betreuerin Frau Todic zu verdanken hatten.

Zusammenfassend können Rabia und ich nur jedem raten, die Chance zu ergreifen und Eigeninitiative an den Tag zu legen, falls ihm eine Möglichkeit zu einem Praktikum geboten wird. So ein Angebot ist oft einmalig und darum möchten wir uns zu guter Letzt speziell noch bei allen von Herzen bedanken, die uns diese Gelegenheit ermöglicht haben – allen voran MAHLE dafür, dass wir im Unternehmen so herzlich und offen aufgenommen wurden. Wir möchten die Zeit als Praktikanten bei MAHLE nicht mehr missen.

 

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