Drei Bundesländer. Eine Gemeinschaft. Ein Ziel.

von Kaltrina Berisha

Eine Ferienakademie wie jede andere? Nein, ganz bestimmt nicht! In den Osterferien trafen sich Stipendiaten aus drei verschiedenen Bundesländern in Herrsching am Ammersee zu einer ganz besonderen „Mission“, nämlich: Eine Kinderoper auf die Beine zu stellen. Bisher dachten wir immer, Oper wäre etwas, das nur Profis auf die Bühne bringen könnten. Das stimmt auch, zumindest größtenteils. Was wir aber nicht wussten: Dass mehr von einem solchen Profi in uns steckt, als wir uns je zugetraut hätten. Ob Schauspieler, Sänger oder Tänzer – jeder hat Talente (ja, auch Fußballspielen gilt hier!), die wir in diesen ersten Probentagen ausprobiert, teilweise auch erstmals entdeckt haben.P1000691

Wir – das sind 90 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 19 Jahren aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und München. Viele von uns haben Wurzeln in anderen Ländern, was für einen bunten Mix an Kulturen und Weltansichten führt in der Truppe. Dementsprechend gilt es Hürden zu überwinden, wie Über- und Unterforderung der Stipendiaten, damit das Zusammenleben der Stipendiaten in der Probenzeit gut gelingt.

Doch wie sieht nun die Realität aus? Wie ist die Interaktion zwischen den Betreuern und den Stipendiaten und wo liegen eventuell auch Probleme?
Fangen wir beim ersten Tag an: 90 Kinder, neun Betreuer und die Projektleiter aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und München treffen aufeinander. Vage erinnert man sich an manche Gesichter von der Ferienakademie im Sommer, doch letztendlich kennt man dann doch kaum jemanden und fühlt sich wie in einer etwas fremden Welt, ein Mix aus Heimweh und Vorfreude auf das kommende Projekt macht sich im Bauch breit.

Plötzlich sieht man ein bekanntes Gesicht, bald noch eines, schließlich folgen viele weitere. Man fällt sich gegenseitig in die Arme und weg sind die etwas unbehaglichen Gefühle von vorhin.
Nach und nach erweitert sich der Freundeskreis und man wächst zu einer Familie zusammen, doch ein gewaltiges Problem macht sich sowohl bei den Betreuern als auch bei den Jüngeren breit: Wie soll man sich in der Kürze der Zeit all die Namen der “Stipis“ merken? Problem gelöst: Indem diese jungen Leute sich gegenseitig ans Herz wachsen. Und in dieser Gruppe ist das ein Leichtes: Denn alle Teilnehmer der Akademie sind gekennzeichnet durch Hilfsbereitschaft, Kameradschaft und Liebenswürdigkeit. Das äußerte sich in zahlreichen Aktivitäten:

In gemeinsamen Workshops singen wir zusammen, tanzen und spielen Theater mit dem großen Ziel, in einem Jahr die Oper „Eloise“ von Karl Jenkins in München aufzuführen. Das ist ein weiter weg und wir sind uns dessen bewusst, das noch viel Arbeit vor uns liegt. Aber der Weg wird uns nur noch weiter zusammen schweißen.
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Beim gemeinsamen Essen haben wir die Möglichkeit, herzhaft über Geschichten zu lachen, die natürlich geheim sind – oder auch nicht? Lautes Lachen und gebanntes Zuhören sind an der Tagesordnung, wodurch schließlich doch die eine oder andere harmlose Geschichte an die Öffentlichkeit gelangt.

Natürlich hatten wir auch Freizeit: Freizeitliche Tanzduelle standen da ebenso auf dem Programm wie Tischkickerpartien gegen Betreuer, die sich durchaus des Öfteren geschlagen geben mussten. Enttäuschung auf deren Seite? JA! Spaßfaktor aller Beteiligten: 100%.

Inspiriert von der schönen Musik von Karl Jenkins, die so manchen Ohrwurm hinterließ, hörten wir gemeinsam Musik und sangen. Dabei kam so manches ungeahnte Gesangstalent zum Vorschein! Aber nicht nur das, sondern auch so manches Bewegungstalent wurde entdeckt, ob beim Improvisieren auf der Bühne oder beim spontanen Grooven auf den Zimmern.

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Aber wie ist es möglich, dass eine so große Gruppe sich so wunderbar versteht und so gut funktioniert? Vielleicht deshalb, weil wir alle nach bestimmten Kriterien für das Stipendium ausgewählt wurden? Wenn wir die persönliche Ebene betrachten, dann fällt auf, dass wir uns alle sehr ähneln. Jeder von uns ist gutherzig, sozial engagiert und unvoreingenommen und diese Eigenschaften bieten ein perfektes Fundament für ein gutes Zusammenleben. Die Woche verlief also ganz im Sinne von „Einer für alle, alle für Einen“. Es macht einfach Spaß, ein Teil davon zu sein, und wir freuen uns schon auf die nächste Probenwoche im August.

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