1069 Menschen

von Noelle Rönsch

Seit der Pest im Mittelalter scheinen tödliche Krankheiten, die sich seuchenartig ausbreiten und tausende von Todesopfern fordern, Vergangenheit zu sein. Umso erschreckender ist für uns der Ebola-Ausbruch in Westafrika, der bis heute 1975 Menschen infiziert und 1069 getötet hat.

Der Ausbruch begann im März im westafrikanischen Guinea, wo ein zweijähriges Kind erkrankte und nacheinander seine Schwester, Mutter, Großmutter und die sie pflegende Krankenschwester infizierte. Sie alle erlagen der Krankheit innerhalb von drei Wochen.

Schon von da an war die Krankheit kaum aufzuhalten; das Personal im Krankenhaus und die Gäste der Beerdigungen der Verstorbenen steckten sich an und verbreiteten sie so unwissend. Der Vorfall ereignete sich in Guéckédou, einer Grenzregion Guineas zu Liberia und Sierra Leone, wo sich Ebola innerhalb kürzester Zeit ebenfalls ausbreitete. Ende März machte die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“, die international medizinische Hilfe in Krisengebieten leistet, klar, dass die Situation außer Kontrolle geraten sei.

Aber was genau ist Ebola?

Die meist tödliche Virusinfektion wird durch Körperflüssigkeiten wie Blut oder Speichel sowie ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Innerhalb der nächsten Wochen treten  Symptome wie Kopf- und Halsschmerzen, Fieber und Erbrechen auf, im weiteren Verlauf der Krankheit versagen Nieren und Leber. Die meisten Patienten sterben an Herz-Kreislauf-Versagen.

Forscher vermuten, dass das Virus von Flughunden übertragen wurde, die in den Wäldern im Südosten von Guinea leben, wo im Dezember 2013 das erste Ebola-Opfer, ein zweijähriges Mädchen, starb. Wenn Menschen mit infizierten Tieren in Kontakt kommen, können sie sich durch deren Körperflüssigkeiten anstecken, indem sie zum Beispiel nicht völlig gegartes Fleisch essen.

Die Ärzte sind hilflos gegen die Krankheit, da es weder eine Impfung noch Medikamente dagegen gibt. Das Serum ZMapp, das bisher nur an Affen getestet wurde, stand als Lösung im Raum; von drei Behandelten ist einer allerdings verstorben. Auch die möglichen Nebenwirkungen für den Menschen sind nicht klar. Die Weltgesundheitsorganisation erklärte die Nutzung unerprobter Medikamente jedoch vor wenigen Tagen für vertretbar.

Ein weiteres Problem bei der Behandlung der Infizierten ist das Misstrauen vieler afrikanischer Länder gegenüber der westlichen Medizin. Viele Erkrankte vertrauen eher ihren traditionellen Heilern, die mit der Krankheit allerdings kaum umgehen können. Es gilt also nicht nur zu helfen und zu behandeln, sondern vor allem aufzuklären.

Es bleibt zu hoffen, dass die Forschung nach einem Impfstoff und Medikament bald zu Ergebnissen kommt, sodass die Epidemie eingedämmt werden kann und keine weiteren Menschen an Ebola sterben.

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