Meine ersten Tage in Finnland

von Lena Dieterle

Sooo, die erste Woche ist geschafft. Lange habe ich auf mein Auslandsjahr gewartet und jetzt stecke ich mitten drin.

Als ich am Freitag, den 22. August 2014, am Helsinki Airport ankam, wurde ich von meiner ganzen 6-Köpfigen Gastfamilie empfangen. Wir haben gemeinsam ein schönes Wochenende verbracht. Meine neuen Familienmitglieder haben mir alles gezeigt und wir haben zusammen vieles unternommen. Wir waren gemeinsam in ihrem Sommerhaus, das sich sehr ruhig gelegen im Wald befindet. Ein wunderschönes, typisch rot-weißes skandinavisches Holzhaus mit hauseigenem See. Wir haben dort einen tollen Tag verbracht mit Grillen, Saunagängen, Schwimmen und Beerensammeln. Die ersten Tage in meiner neuen Familie für die nächsten zehn Monate waren ein sehr schönes Erlebnis und wir hatten genug Zeit uns kennenzulernen.

Schon am Montag war mein erster Schultag. Meine neue Schule ist sehr klein. Sie fasst 150 Schüler, die alle zum Gymnasium (Lukio) gehören, das in drei Jahrgangsstufen aufgeteilt ist. Ich besuche offiziell die zweite Jahrgangsstufe, doch als Austauschschüler hat man viele Privilegien. Eines davon ist in meinem Fall zum Beispiel, dass ich jeden Kurs, den ich will, wählen darf, egal aus welcher Jahrgangsstufe. Das ist toll, denn so kann ich so viele neue Leute kennenlernen wie möglich, obwohl das nicht schwer ist, bei dieser Anzahl an Mitschülern. Normal haben die finnischen Schüler bestimmt Fächer, die sie belegen müssen, wie zum Beispiel Finnisch und Mathe. Doch da bin ich außen vor. Die Schule beginnt hier normalerweise um 09:00 Uhr und endet um 15:00 Uhr. Ich empfinde diese Zeiten als sehr angenehm und genieße es, länger schlafen zu können. Ein großer Unterschied zu deutschen Schulen ist, dass wir in Finnland die Lehrer mit dem Vornamen ansprechen. Die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern ist sehr offen und die Lehrer sind sehr hilfsbereit. Wenn man neben der normalen Unterrichtsstunde noch Zeit braucht, um etwas erklärt zu bekommen, ist es selbstverständlich, dass sich der Lehrer nach der Schulstunde mit einem hinsetzt und den Stoff durchgeht. Neben mir besucht noch eine weitere Austauschschülerin die gleiche Schule. Sie kommt aus Frankreich und ich verstehe mich sehr gut mit ihr.

Meine ersten Erfahrungen und Feststellungen:

1. Wir haben vier Mahlzeiten pro Tag!!!!! Vor der Schule frühstücken wir, um 11:00 Uhr wird in der Schule Lunch gegessen, um 16:00 Uhr gibt es Abendessen und um 21:00 Uhr gibt es noch einmal etwas, bevor wir ins Bett gehen. Ich habe mich umgehört, ob das überall hier so üblich ist und ja, es scheint als wäre das normal. Daran muss ich mich noch gewöhnen.

2. Als meine Englischlehrerin meinen Füller entdeckt hat, war sie sehr beeindruckt. Sie forderte mich auf, ihn der ganzen Klasse zu zeigen, und alle waren neugierig und niemand hatte jemals davor einen Stift wie diesen gesehen. Ich hab mich erkundigt, man kann Füller wohl auch nicht so einfach in Finnland kaufen.

Da denkt man, man fliegt doch nur ein Paar Kilometer in den Norden, bis man merkt, dass es selbst in einem Land, das so ähnlich zu dem eigenen scheint, viele kulturelle Unterschiede gibt.

Ich bin gespannt, was mich noch so erwarten wird und möchte alle ermutigen, die sich überlegen auch ins Ausland zu gehen. Traut euch und springt ins kalte Wasser. Ihr wisst, man muss sich nur ein bisschen bewegen und dann wird einem auch im kalten Wasser warm…

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