„Die digitale Diät“ – Freiwilliger Verzicht auf Handy & Co?

von Andzelika Gürich

Jeder kennt sie und jeder nutzt sie. Die Rede ist natürlich von digitalen Medien. Das Magazin „Spiegel“ berichtete, dass ca. 60% ihr Smartphone von morgens bis abends benutzen. Aber es gibt ja auch noch den Computer oder das Fernsehen. Der Verzicht auf diese Medien wäre für viele, vor allem Jugendliche, undenkbar. Doch welche Vor- und Nachteile hätte so ein Verzicht überhaupt? Im Folgenden werden hier die Pro- und Contra-Argumente einer digitalen Diät aufgeführt und erörtert.

Ohne Medien wäre das Leben nur halb so schön, würden die meisten Teenies meinen. Das liegt daran, dass 90% der Jugendlichen ein Handy oder ein Smartphone besitzen und dieses auch nutzen, um immer erreichbar zu sein. Wenn man nicht erreichbar ist, weiß man auch erst als Letzter, worüber gerade so geredet wird. Außerdem haben viele Jungs und Mädchen keine Lust, etwas mit jemandem zu unternehmen, der nie erreichbar ist und auch gar nicht weiß, was gerade los ist. Sie denken, dass dieser ein Außenseiter ist und in solchen Fällen kann es auch zu Mobbing kommen.

Ein weiteres Argument ist, dass wir im 21.Jahrhundert leben. Das bedeutet wiederum, dass digitale Geräte aus unserem Leben gar nicht wegzudenken sind. Sie begegnen uns tagtäglich. Jeder sieht Leute an sich vorbeiziehen, die nur auf das Display ihres Handys schauen. Es kommt auch oft vor, dass man während des Telefonierens nochmal „just for fun“ im Internet surft. Wir müssen nicht 10km zu unseren Freunden gehen, denn wir rufen sie einfach an. Bei Schulaufgaben fahren wir nicht in die Bibliothek, sondern „googlen“ einfach schnell das Thema.  Es ist also nicht so, dass Medien nicht nur nicht wegdenkbar sind, sondern uns auch das Leben vereinfachen.

Ebenso wäre ein Entzug von Medien für einige Leute, besonders Jugendliche, ein kleiner Horrortrip. Sie wüssten nicht mehr, was los ist. Über Computer oder Smartphone stehen sie mit ihren Freunden in permanentem Austausch, zusätzlich spielen sie auf den Geräten Spiele oder beschäftigen sich einfach „so irgendwie“ damit. Es würde sich Langeweile entwickeln, weil dieser jemand einfach nicht weiß, was er machen soll, wenn er plötzlich auf die elektronische Welt verzichten müsste. Da müsste man sich ja dann mal sinnvoll beschäftigen!

Natürlich ist die berufliche Nutzung des Smartphones etwas völlig anderes. Aber auch hier gilt: Man hat es selbst in der Hand, wie abhängig man sich von den Geräten macht.

Bei diesen ganzen Nachteilen gibt es natürlich auch Vorteile bei einer digitalen Diät. Ein Argument wäre, dass das „die ganze Zeit auf das Display schauen“ für die Augen anstrengend wird. Viele müssen sogar vor Schmerz die Augen zusammenkneifen. Aber auch das Klicken mit der Maustaste kann zu ernsthaften Verletzungen wie andauernden Krämpfen etc. führen. So komisch es auch klingt, es kommt nicht selten vor.

Viel wichtiger ist noch, dass man bedenken muss, dass es nur als Probe ist. Also findet es bloß in einem bestimmten Zeitraum statt und so kann man lernen, auch einmal auf etwas zu verzichten. Durch den Verzicht erfährt man, wie die Menschen früher ohne digitale Medien gelebt haben. Zum Beispiel werden die Kinder plötzlich aktiver und besuchen Freunde zum netten Plaudernachmittag oder lesen Bücher. So werden die Minderjährigen auch etwas über die Lebensweise ihrer Eltern oder Vorfahren erfahren und ihnen wird bewusst, wie gut sie es heute haben.

Aber noch bedeutender ist die Tatsache, dass man viel mehr Zeit für andere Dinge hat, wenn man eine digitale Diät führt. Man könnte fast sagen, man sieht die Welt mit anderen Augen. Man guckt jetzt geradeaus, wenn man durch die Fußgängerzone spaziert und nicht mehr nach unten zu seinem Handy. So hat man auch Zeit, Neues auszuprobieren und Neues kennenzulernen. Mehr Zeit für die schönen Dinge. Schon mal mit einem Hobby probiert? Ich selbst lasse mein Handy auch immer zu Hause wenn ich zum Sport oder zu den Pfadfindern gehe. So kann ich mich besser konzentrieren.

Eine Diät von allem Digitalen würde uns allen nicht schaden! Meiner Meinung nach ist sie sinnvoll, da die positiven Argumente überwiegen. Ich finde, dass Schülerinnen und Schüler und ebenso Erwachsene es einmal eine Woche ausprobieren sollten, da sie so neue Erfahrungen machen würden. Ich vermute, dass sich einige Jugendliche daran versuchen werden. Ob und wie lange sie es schaffen, hängt immer davon ab, wie sehr sie von den Medien geprägt sind. Empfehlenswert ist es zu mindestens. Und außerdem: Eine Diät geht immer auch wieder einmal vorbei.

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