„Die Arbeit mit Schülern macht Spaß und inspiriert mich!“

Ein Interview mit Gitta Gritzmann
von Jessica Wäldchen

Am 15. November 2014 durfte ich mit Gitta Gritzmann ein Interview führen. Wir befanden uns im Schreibwerkstatt-Seminar in Naumburg und haben in der Mensa des Euroville dieses Gespräch geführt. Gitta Gritzmann ist eine sehr eindrucksvolle Frau, die viel erreicht hat und noch erreichen wird. Nun möchte ich Euch gerne das Interview vorstellen.

Gritzmann_Interview Kopie

Hallo Frau Gritzmann! Sie machen sehr viele tolle Seminare für die Stipendiaten der Roland Berger Stiftung. Wie sind Sie auf die Stiftung gekommen?

Gitta Gritzmann: „Ich wurde von Frau Dr. Neuner (Anmerkung der Redaktion: Projektleiterin Ferienakademien der Roland Berger Stiftung) angesprochen und mir wurde vorgeschlagen, zwei Ferienakademien zum Thema Schreiben zu planen und auch mit den Stipendiaten durchzuführen. Beide Seminare waren die Krimi-Schreibwerkstätten in Lauterbach.“

Dankeschön für Ihre Antwort! Wir befinden uns hier auf einem Seminar rund ums Schreiben. Veranstalten Sie auch Seminare mit anderen Themen und wenn ja, welche?

Gitta Gritzmann: „Ja, mit dem Genre Krimi kann man etwa Schüler verschiedener Altersstufen und Schularten besonders für das Lesen und Schreiben begeistern. Aber es gibt auch Schreibseminare zum Thema Klimaschutz, Fantasy und Science Fiction Stories.
Außerdem gestalte ich Fortbildungen für Lehrer, aber auch für andere interessierte Menschen wie zum Beispiel Sprachpädagogen. Diese bekommen in den einzelnen Seminaren Tipps zum kreativen Schreiben, Material für die Schulstunden und Anleitungen, wie sie die Schüler interessieren, motivieren und fesseln können.“

Anzumerken ist, dass Frau Gritzmann auch integrierte Lese-, Schreib- und Theaterprojekte veranstaltet, was man vielleicht jetzt nicht erwartet hat.

Vielen Dank für die Eindrücke! Wo wir gerade bei Eindrücken sind: Wie erleben Sie die Seminare mit den Stipendiaten? Welche Eindrücke hinterlassen „wir“ und die Seminare bei Ihnen?

Gitta Gritzmann: „Es beeindruckt mich sehr, mit wie viel Interesse die Schüler ihre Texte gestalten und welchen Enthusiasmus sie an den Tag legen. Sie betreiben viel Aufwand hinsichtlich der Recherche und arbeiten mit großem Engagement, um ihre Geschichten so gut und spannend wie möglich zu gestalten. Die Stipendiaten entwickeln sehr originelle Ideen und integrieren auch noch Soundeffekte am späten Abend für die jeweiligen Präsentationen zum Abschluss der Seminare, welche mir im positiven Sinne in Erinnerung geblieben sind.
Alles in allem macht mir die Arbeit mit Schülern sehr viel Spaß, und ich werde durch die Arbeit sehr inspiriert!“

Da viele Stipendiaten und auch ich bald ihr Abitur machen, möchte ich Sie gerne fragen, welche Ausbildung(en) Sie durchlaufen haben?

Gitta Gritzmann: „Ich habe Germanistik, evangelische Theologie in Deutschland und Comparative Literature (M.A.) an der University of Washington W.A. in Seattle studiert. Dort habe ich Deutsch als Fremdsprache unterrichtet.“

Frau Gritzmann hat weiterhin erzählt, dass sie schöne Erinnerungen an die Zeit in den USA hat. Dies liegt bestimmt auch an ihrem Leitsatz „Jeder soll sich beim Lernen wohlfühlen und Freude am Lesen und Schreiben haben!“.
Zur Berufsausbildung als Germanistin hat sie noch hinzugefügt, dass sie nicht im Schuldienst tätig sein wollte, aber gerne mit Schülern unterschiedlicher Schularten, Altersstufen und verschiedenen Kooperationspartnern zusammen arbeitet.

Danach hat Ihr weiteres Berufsleben begonnen. Als was haben Sie schon gearbeitet und welche(n) Job(s) machen Sie jetzt?

Gitta Gritzmann: „Ich war schon immer Germanistin und veranstalte u.a. Seminare und habe verschiedene Bücher und Hörbücher herausgegeben.“

Aus ihren Erzählungen heraus ergab sich, dass sie sich schon seit Langem mit der Gestaltung von Texten für unterschiedliche Zwecke beschäftigt hat.

Ich habe auch schon von Ihrem Verein gehört. Könnten Sie bitte etwas darüber erzählen? Was für ein Verein ist es, und welche Aufgabe haben Sie?

Gitta Gritzmann: „Ich habe den gemeinnützigen Verein Kinder lesen und schreiben für Kinder e.V. gegründet und organisiere die Veranstaltungen. Der Verein widmet sich der Förderung der Lese-, Schreib- und Sozialkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Er ist auch Bündnispartner im Wertebündnis Bayern. Die Roland Berger Stiftung ist dort ebenfalls Bündnispartner. Wir freuen uns darüber, für den Deutschen Lesepreis nominiert worden zu sein.“

Weiterhin hat sie angefügt, dass der Verein auch Schreibwettbewerbe und Lese- und Musikevents veranstaltet. Uns Stipendiaten im Seminar hat sie ans Herz gelegt, dass wir an Schreibwettbewerben teilnehmen sollten, denn so werden wir zum Schreiben motiviert und schulen unsere Schreibkünste – egal ob wir gewinnen oder nicht!
Weitere Informationen zu ihrem Verein findet ihr auf http://www.kinderschreiben.de.

Vielen Dank für Ihre Zeit und Geduld. Es hat mich sehr gefreut, mit Ihnen ein Interview führen zu dürfen!

Das Seminar mit Frau Gitta Gritzmann war sehr schön und interessant, auch wenn wir das aufgrund des Themas „Wie gestalte ich eine Facharbeit“ nicht erwartet hätten, denn wir alle haben uns ein mehr oder weniger langatmiges Seminar mit viel Text und Informationen vorgestellt. Frau Gritzmann konnte diese Vorurteile zerstreuen und uns sogar für das Thema Facharbeit begeistern.

Mein Fazit ist: Habt keine Vorurteile vor Schreibseminaren, denn sie können genauso lustig sein wie andere Seminare!

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