Unser Bühnenbild bei „Eloise“ – Ein Gespräch mit Claudia Weinhart

von Karlo Jurcevic

Jedes Bühnenbild wird von der Inszenierung, die sich der Regisseur oder in unserem Fall die Regisseurin für ein Stück ausgedacht hat, beeinflusst. Somit bekam Claudia Vorgaben von Natascha, die sie erfüllen sollte.
Es war klar, dass es in „Eloise“ keine größere Pause geben würde und deshalb keine langen Umbauphasen zwischen den Schauplätzen möglich wären. Daher entschied Natascha, dass es nur zwei Orte geben sollte: einen in einem Gebäude und einen zweiten an einem schönen Ort außerhalb. Außerdem müssen auch 85 Schauspieler gleichzeitig auf der Bühne agieren können, dafür nutzt Claudia jeden Quadratmeter, indem sie ein zusätzlich Podest bauen lässt, das die Bühne nach vorne hin vergrößert.

Um den Boden einer Bühne zu wechseln, benötigt man in etwa ein bis zwei Stunden, was ebenfalls zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde während der Vorstellung. Claudia entschied sich deswegen für ein Bodentuch, das im Haus als Teppich und im zweiten Bühnenbild, bei dem es sich um einen Spielplatz handelt, als Grasfläche fungiert. So ist das gesamte Bühnenbild grün – eine einfarbige Bühne wirkt auch viel größer. Damit war für unseren Kostümbildner Dieter Eisenmann klar, dass er keine grünen Kostüme einplanen darf, da die Farbe der Bühne den Schauspieler sonst verschlucken würde.

Nun schauen wir uns die beiden Bühnenbilder genauer an, zuerst das Innere des Gebäudes, einer Villa, in der Eloise mit ihrer Familie lebt:, Im Hintergrund befindet sich das Innenleben eines Hauses. Von oben hängen zwei Deckenleuchten herunter, die beide im 50er Jahre-Stil gehalten werden. Als große Requisite gibt es innerhalb des Gebäudes Stühle, auf denen die sieben Prinzen thronen, und eine Badewanne, in der sich unsere Königin zu Beginn des Stückes räkeln wird. Außerdem gibt es einen Fahrstuhl, der festgesetzt ist für beide Bühnenbilder und der auch als ein Eingang zur Bühne dient.

Bei dem zweiten Bühnenbild, das einen Spielplatz darstellt, verschwinden die beiden Lampen und der Hintergrund wird nach oben gefahren. Nun sieht man dort den blau gehaltenen Himmel und verschiedene Gebäude, die Villa der Familie und weitere Reihenhäuser auf einem Hügel, der sogar begehbar sein wird. Im vorderen Bereich soll auch ein Bäumchen wachsen, das zur Taufe von Eloise gepflanzt wurde, als Zeichen von Wachstum. Bei diesem Bühnenbild befindet sich ein Klettergerüst als große Requisite auf der Bühne.

Alles in allem hat Claudia das Bühnenbild dezent gehalten, denn sie fand es wichtig, dass die Stipendiaten und nicht das Bühnenbild im Mittelpunkt stehen.

Zwei Tage lang hat Claudia damit verbracht, das Bühnenbild zu konzipieren, aber natürlich war der Findungsprozess ein sehr viel längerer. Schon seit Januar 2014 sammelte sie Ideen dafür, denn ein solches Projekt muss gut überlegt sein . Natürlich musste das alles mit Natascha abgesprochen werden. Sie hatte auch Vorschläge gemacht, die sie dann aber doch verworfen hat. So war zuerst geplant, ein Haus mit zwei Stockwerken auf die Bühne zu bauen. Das hätte aber sehr viel Platz in Anspruch genommen. Neben dem Klettergerüst standen noch andere Spielgeräte zur Diskussion, zum Beispiel eine Rutsche, ein eher modernes Klettergerüst, das ausgesehen hätte wie ein Bienenkorb, sogar Schaukelschwäne, bei denen aber schnell klar wurde, dass sie nur von Kindern geritten werden können, nicht von Jugendlichen.

Claudia arbeitet meist auch als Kostümbildnerin und findet beide Berufe interessant. Oft hat man bei einer Inszenierung beide Jobs gleichzeitig, aber die Bühne gefällt ihr besser, da sie sich „nur“ mit der Regisseurin und nicht mit jedem einzelnen Schauspieler absprechen muss.

Im Gasteig wird unsere Oper ein Azubi- Projekt sein, was bedeutet, dass alle Bühnen-, Licht- , und Tontechniker Azubis sind, also in unserem Alter, und wir somit mit einem gleichaltrigen Bühnenteam zusammenarbeiten werden, wobei die Azubis natürlich von Profis angeleitet werden, damit bei unserer Premiere im Juli auch bestimmt nichts schief läuft.

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