Talissahs Reisetagebuch 4: Meine Erleuchtung

von Talissah Dann

Hallo Freunde,

ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll: Gestern Nacht hatte ich eine Erleuchtung bezüglich meines Auslandsjahrtagebuches auf dem Stipendiatenblog. Ihr müsst wissen, ich gehöre zu den Menschen, die Tagebuch führen, wobei ich oft eher über meine Gedanken als über das eigentlich Geschehene schreibe.

Warum Tagebuch schreiben? „Ist doch viel zu viel Arbeit“ und „Was soll man denn überhaupt aufschreiben? Die Tagesroutine wird doch irgendwann langweilig!“ kriege ich ab und an zu hören.

Ich muss sagen, es ist unglaublich hilfreich für mich persönlich, hier während des Auslandsjahres ein Tagebuch zu führen, da ich mich, auch wenn ich es momentan nicht merke, im Prozess einer Veränderung befinde, sei es zum Beispiel das Bilden einer Meinung bezüglich „Gesetze in den USA“ oder „das amerikanische Militär“, Dinge, mit denen ich mich vorher nicht so intensiv beschäftigt habe. Außerdem werde ich später, als ältere Frau, wenn ich meine Erinnerungen von meinem Auslandsjahr auffrischen möchte, einfach zu meinem Tagebuch greifen können.

An alle die, die sich jetzt vorstellen, dass ich mir jeden Abend die Zeit nehme, von meinem Tag zu berichten: Nein, so läuft das nicht. Jedenfalls nicht bei mir. In Berlin, wo ich von den öffentlichen Verkehrsmitteln abhängig bin, habe in mein Tagebuch eigentlich nur im Bus, in derTram oder in der U-Bahn geschrieben. Ohnehin war ich ja sowieso nur dabei, auf die Station zu warten, bei der ich aussteigen muss. Es ist jedoch schon vorgekommen, dass ich vor lauter Schreiben meine Station verpasst habe… aber das ist eine andere Geschichte.

Warum das Gequatsche über mein Tagebuch? Ich habe meine Tagebucheinträge auf dem Stipendiatenblog mit meinem eigentlichen Tagebuch verglichen und mir ist aufgefallen, dass die in meinem Tagebuch, das nur ich zu lesen bekomme, viel tiefgründiger sind. Die, die ich bisher auf dem Stipendiatenblog veröffentlicht habe, fand ich… zu oberflächlich. Ich habe alles so blumig klingen lassen, aber es gibt noch viel mehr als nur die „blumig schöne Erfahrung“. Na klar bin ich offener mit mir selbst als auf dem Blog, den jeder lesen kann. Auf der anderen Seite habe ich mir gedacht, das ist doch der Sinn des Blogs: Ich sollte so viel wie möglich von meinen Erfahrungen im Auslandsjahr mit Euch teilen.

Außerdem habe ich mir gedacht, dass ich meine Einträge nicht chronologisch anlegen möchte, sondern jedes Mal über ein anderes Thema schreibe. Somit könnt Ihr Euch auch entscheiden, worüber ich Ihr lesen möchtet.

Von jetzt an – das habe ich mir zumindest vorgenommen – werde ich öfter, tiefgründiger und offener über meine Erfahrungen und Gedanken berichten. Es macht mich echt glücklich, dass ich diese „Erleuchtung“ noch im Ausland hatte, und nicht erst, wenn ich wieder in Berlin bin. Denn meine Gedanken bezüglich des Auslandsjahres werden nie wieder so frisch sein wie jetzt, wo ich doch gerade dabei bin, es zu erleben.

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