Über den Probenfortschritt bei „Eloise“

Interview mit Natascha Ursuliak und Laura Tontsch

von Elisabeth Bauer, Alime Ileri und Karlo Jurcevic

Im Februar waren nun die nächsten Proben, doch eingeladen waren diesmal nur die Hofleute. Wir haben Zeit gefunden, uns mit Natascha Ursuliak und Laura Tontsch zusammenzusetzen (unserer Regisseurin und ihrer Assistentin) und haben ein Gespräch über die Entwicklung der Inszenierung von „Eloise“ geführt.

Wie seht ihr unseren Fortschritten in der Inszenierung von „Eloise“?

Natascha: Man erkennt inzwischen den roten Faden in der Handlung des Stücks, der am Anfang noch nicht zu erkennen war, weil nun alle Szenen bereits geprobt wurden. Für mich ist das vorteilhaft, weil ich so entscheiden kann, ob bestimmte Szenen schon funktionieren oder noch geübt werden sollten, weil die Idee noch nicht aufgegangen ist. In diesem Zusammenhang bin ich jetzt erst einmal erleichtert und zufrieden, weil es klappt und die Geschichte verstanden werden kann. Natürlich gibt es noch viele Stellen, an denen man feilen muss, aber wir sind auf jeden Fall auf einem guten Weg. Zu bedenken ist allerdings, dass die Zeit drängt. Wir haben nur noch drei Probenphasen, wobei bei der Letzten alles zusammengefügt werden muss. Das sind nur vier Tage auf der eigentlichen Bühne, wo die Aufführung stattfinden wird. Zu diesem Zeitpunkt kann auch nichts mehr verändert werden und eine Routine muss sich eingespielt haben: Das Orchester, die Charaktere, die Lichttechnik, die Bühnenprojektion, die Kostüme – alles kommt zusammen.

Laura: Im Prinzip muss man alle Probentage zusammenrechnen, dann hätten wir noch zwei Wochen bis zur Premiere. Es ist aber schwer, sich das vorzustellen, weil noch Monate dazwischen liegen. Wir haben jetzt Februar und die Vorstellung ist im Juli.

Dabei machen wir immer noch so viele Fehler!

Natascha: Ja, das kommt noch. Wir müssen einfach noch etwas daran arbeiten und ihr selbst tragt einen großen Teil dazu bei, wenn ihr auch übt, während wir uns nicht sehen. Zum Glück werden die Phasen zwischen den einzelnen Probenwochen immer kürzer, so dass es für euch einfacher wird, euch bereits Geübtes zu merken und mehr im Thema drin zu sein. Es geht in der Juniwoche schon an die richtigen Durchläufe mit allem Drum und Dran. Das ist dann kurz vor knapp, also das letzte Ausprobieren, bevor es auf die Bühne geht.

Die Hofleute bilden sozusagen den Rahmen der Oper. Welche Gruppe von den Hofleuten findet ihr da am spannendsten?

Natascha: Das ist wirklich schwer zu sagen. Dadurch, dass es so viele verschiedene Gruppen gibt, handelt es sich um eine Gesellschaft. Wenn alle dasselbe machen würden und alle dasselbe Kostüm hätten, dann wäre es natürlich eine Masse, die keine Persönlichkeit hat. Aber es ist eine Gruppe, in der jeder für sich steht. Dadurch, dass ihr alle etwas anderes macht, sind natürlich alle Charaktere wichtig, weil ihr alle miteinander in Verbindung steht und eine gemeinsame Geschichte habt. Man kann nicht sagen, dass die Bodyguards oder die Beatles besonders wichtig sind, weil ihr alle zusammengehört und miteinander verlinkt seid. Ohne euch gäbe es die gemischte Hofgesellschaft gar nicht und es würde immer einer fehlen. Deswegen kann ich da keine besondere Gruppe herauspicken. Ihr seid quasi alle Hauptrollen, die da mitspielen.

Vor kurzem waren die Proben der großen Hauptrollen. Hatte sich da noch viel verändert?

Natascha: Nein, in der Grundaufstellung nicht, aber klar haben sich noch viele Details verändert. Im Zusammenspiel kann man sich das wie eine Landkarte vorstellen, in die die Ortschaften noch hineingesetzt werden müssen. Es muss eben ins Detail gehen, aber in der Basis hat sich nicht mehr viel verändern. Ich hoffe jedoch, dass sich von den ganzen Akzenten und dem Zusammenspiel her noch ganz viel entwickelt. Auch, dass zwischen den Figuren noch richtige Beziehungen entstehen, die noch nicht vorhanden sind, weil wir daran noch nicht gearbeitet haben.

Dann noch eine persönliche Frage von mir: Können bei den Generalproben auch Freunde und Bekannte von uns dabei sein?

Natascha: Von mir aus total gerne. Ich finde das auch für euch gut, weil ihr dann schon ein Gefühl für die Reaktionen vom Publikum bekommt. Dann seid ihr bei der Premiere auch nicht so erstaunt, wenn mal jemand applaudiert. Also ich fände es schön. Man muss jetzt nur noch abklären, ob das auch sicherheitstechnisch funktioniert. Aber ich kann mir nicht vorstellen, warum es nicht gehen sollte. Sonst kann ich auch noch die Vorstellung am Samstag in der Früh empfehlen. Da gibt es noch freie Plätze und man kann sich anmelden, wenn man da rein will. Aber wir haben ja noch ein wenig Zeit zusammen, es ist schon etwas Besonderes, fast 15 Monate lang mit euch zusammenzuarbeiten! Wir können uns alle auf die Premiere freuen.

 

 

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