Der Roland Berger Preis für Menschenwürde 2014/15 – Die Preisträger

von Leon Teke

In diesem Jahr verlieh die Roland Berger Stiftung den Preis für Menschenwürde an zwei Frauen, welche sich für die Rechte und für bessere Lebensbedingungen von Flüchtlingen einsetzen, und an eine Organisation, die Kindern in einer der ärmsten Regionen der Welt Bildung und Gesundheitsvorsorge zuteil werden lässt und so versucht, einer Flucht vorzubeugen.

Im Rahmen der Preisverleihung haben wir die Preisträger persönlich getroffen und sie nach ihrer Definition von „Menschenwürde“ gefragt.

Petite Flamme ist ein Schulprojekt im Kongo. Es versorgt über 2200 Kinder aus armen Familien mit Essen, einer Unterkunft, Gesundheitsmaßnahmen und Bildung an insgesamt zwölf Schulen. Die Organisation wurde 1996 von der deutschen Theologin Dr. Monika-Maria Wolff ins Leben gerufen. Auf die Frage, was „Menschenwürde“ für sie bedeute, antwortete sie: „Menschenwürde bedeutet für mich, dass jeder Mensch weiß, wer er ist und dass er Schätze aus seinem Inneren weiter geben kann. Ich möchte mit Petite Flamme vermitteln, dass das Leben aus einem Geben und Nehmen besteht und dies der Inbegriff von gegenseitiger Achtung ist.“

Copyright: Marco Urban / www.marco-urban.de / E-Mail: mail@marco-urban.de

Mit dem Preisgeld wird Petite Flamme versuchen, individuelle Begabungen weiter zu fördern und die Kinder und Jugendlichen auf dem Weg zur Umsetzung ihres Talents zu begleiten. Durch die tägliche Arbeit für die Ärmsten bewirkt Petite Flamme, dass viele Schüler, die durch das Projekt unterstützt werden, nicht aus der Demokratischen Republik Kongo flüchten wollen. Sie werden mit der (Aus-)Bildung, die sie erhalten haben, maßgeblich zur Weiterentwicklung ihres Heimatlandes beitragen.

Eine weitere Preisträgerin ist Dr. Katrine Camilleri. Sie ist eine maltesische Anwältin und die Direktorin des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes in Malta. Die Flüchtling kommen hungrig und durstig auf überfüllten Booten in Malta an. Sie sind verunsichert. Sie mussten ihre Heimat verlassen. Auf Malta werden sie alle ins Gefängnis gesteckt, egal ob jung oder alt, gebrechlich oder schwanger.

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Katrine Camilleri setzt sich für diese Menschen ein. Sie leitet seit 2011 das Büro der internationalen Flüchtlingsorganisation „Jesuit Refugee Service“ auf Malta. Bis heute haben Dr. Camilleri und ihre 18 Mitarbeiter hunderten Flüchtlingen juristischen Beistand gegeben. „Für mich bedeutet Menschenwürde, in der Lage zu sein, ein richtiges Leben zu führen, ein menschliches Leben zu führen, Freiheit und Gerechtigkeit zu genießen. Es ist nicht nur Überleben“, so Dr. Camilleri bei der Preisverleihung.

Dr. Camilleri und ihre Kollegen wurden 2006 Opfer von zwei Anschlägen, bei denen neun Fahrzeuge der Jesuiten verbrannten. Im April desselben Jahres wurden auch noch Camilleris eigenes Auto und ihre Wohnungstür angezündet. Diese Anschläge machten ihr zwar Angst, doch diese wiederum bestärkte sie in ihrem Handeln, denn sie weiß, dass die Angst der Flüchtlinge noch viel größer sein muss.

Die dritte Preisträgerin ist Dr. Alganesc Fessaha. Die italienisch-eritreische Menschenrechtlerin leistet humanitäre Unterstützung für afrikanische Flüchtlinge. Sie macht weltweit auf das Schicksal von Flüchtlingen aufmerksam, welche in Libyen und im ägyptischen Sinai Opfer von Misshandlung und Gewalt werden und befreit diese von Menschenhändlern und Schlepperbanden. Für sie bedeutet Menschenwürde „Freiheit und Respekt“.

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Mit dem Preisgeld wird eine neue Schule im Sinai gebaut werden. Der Sinai ist ein Ort geprägt von hoher Kriminalität, an dem unvorstellbarer Organhandel betrieben wird. Das geplante Schulprojekt soll den Kinder vor Ort Moral vermitteln und ihnen aufzeigen, dass es auch ein Leben ohne Kriminalität gibt.

 

 

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