Die große Chance

von Ayce Erdem

Was hat das Flüchtlingsthema mit mir als Stipendiatin zu tun? Bevor ich nach Deutschland kam, hat meine Familie für ihre Rechte in der Türkei gekämpft. Dadurch wurde sie jahrelang politisch verfolgt. Um davon wegzukommen und ein normales und sicheres Leben mit mir führen zu können, sind wir nach Deutschland geflüchtet. Ich kann mich zwar nicht genau daran erinnern, wie es war, aus meiner Heimat auszuwandern. Nur noch kleine Bruchstücke sind in meinem Gedächtnis vorhanden, wie zum Beispiel der Tag, als ich mich von meiner Familie verabschieden musste, und wie traurig wir alle waren.

Als wie in Deutschland ankamen, lebten wir zuerst bei dem Cousin meiner Mutter. Wir hatten Glück, dass wir einen Ort hatten, wohin wir gehen konnten. Kurz darauf kamen wir in ein Heim in einer anderen Stadt. Dort teilten meine Mutter und ich unser Zimmer mit anderen Flüchtlingen. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie lange wir da waren, aber irgendwann bekamen wir unsere eigene Wohnung. Nun bin ich glücklich seit 11 Jahren in Deutschland.

Ich hatte mich zwar gut eingefunden, hatte gut Deutsch gelernt, aber dennoch hatte ich nicht die Möglichkeiten wie die anderen meine Interessen und Fähigkeiten auszubauen, bis ich in die Stiftung kam. Ich konnte zum Beispiel aus finanziellen Gründen kein Instrument erlernen. Durch die Stiftung habe ich die Möglichkeit bekommen, Klavierspielen zu lernen und Sportvereinen beizutreten.

Die große Chance wurde nicht nur mir zuteil, sondern auch vielen anderen Kindern und Jugendlichen.

Ich wünsche mir, dass die Menschen, die wegen Krieg oder aus anderen Gründen aus ihrer Heimat fliehen mussten, in Europa ein besseres Leben aufbauen und sich gesellschaftlich integrieren können.

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