Vom Kalten Krieg zur Deutschen Einheit

Seminar in der Gedenkstätte Point Alpha
Bericht aus dem Camp

von Joanna Xerinda

Am Wochenende vom 01.05. bis 03.05.2015 nahmen 55 Stipendiaten der Roland Berger Stiftung am Seminar „Vom Kalten Krieg zur Deutschen Einheit“ in Geisa teil.

Zu Beginn wurden wir in drei verschiedene Gruppen eingeteilt: Es gab eine „Akademie“-Gruppe, eine Redaktionsgruppe und die „Camp“-Gruppe. Die letzte Gruppe verbrachte das Seminar allerdings nicht an dem gleichen Ort wie die anderen zwei, sondern direkt auf dem ehemaligen Stützpunkt der Amerikaner – „Point Alpha“. Zu dieser Gruppe gehörte auch ich. So fuhren wir – die Camp-Gruppe – also nach der Zuteilung weiter zu unserer Unterkunft. Dort wurde uns schnell klar, dass wir an diesem Wochenende hautnah erleben würden, wie die amerikanischen Soldaten zu der Zeit des Kalten Krieges ihre Zeit auf dem Beobachtungspunkt verbrachten. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, gab es auch schon die erste Führung über das Gelände. Herr Rösner, pädagogischer Mitarbeiter vor Ort, ging mit uns zunächst auf den Beobachtungsturm und zeigte uns anschließend das Museum. Er erzählte uns dabei viel über die Zeit von 1945 bis 1989 und beantwortete eifrig unsere vielen Fragen.

Von dem Turm konnten wir das „Haus auf der Grenze“ sehen, welches wir am Tag darauf besichtigten. Dies ist ein modernes Museum, das direkt auf dem ehemaligen Kolonnenweg steht. Es veranschaulicht Entwicklungen und Ereignisse im Zusammenhang mit dem Grenzregime der DDR. Auf dem Weg vom Stützpunkt zum „Haus auf der Grenze“ sind die einzelnen Entwicklungsstufen und somit die steigende Schwierigkeit der Überwindung der Grenze zu sehen. Vor einer Führung hörten wir noch einen Vortrag über die damalige Situation in Deutschland und über die Grenze bzw. Grenzverläufe. Anschließend hielten wir in fünf Gruppen Vorträge zu Themen wie z.B.: Flucht und Tod an der Grenze, Grenzaussiedlung oder Aufbau der Grenzanlagen, wodurch wir viele Informationen mitnehmen konnten.

Noch am selben Tag besuchten uns zwei Zeitzeugen, die aus ihrem Leben in der Zeit der DDR bzw. BRD erzählten und weitere Fragen beantworteten. Wir teilten uns in zwei Gruppen ein („Ost- und Westzeugen“), sodass jede Gruppe vorerst einen Zeitzeugen interviewte. So bekamen wir einen unmittelbaren Einblick in die damalige Zeit, anstatt nur geschichtliche Fakten zu lesen. Nach den spannenden Erfahrungsberichten stießen am Samstagabend die Akademie- und Redaktionsgruppe zu uns am Point Alpha und wir konnten uns schon ein wenig über die vergangenen Tage austauschen. Am nächsten Morgen konnten wir den anderen Zeitzeugen hören. Durch den unmittelbaren Vergleich zu dem Gespräch vom Vortag konnten wir einige Unterschiede im Erlebten der jeweiligen Zeitzeugen heraus arbeiten.

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Als wir die Abschlussrunde beendet hatten, in welcher wir über das Wochenende und unsere Eindrücke sprachen, fuhren wir zurück zu den anderen Stipendiaten. Dort erzählten wir uns gegenseitig von unseren Erlebnissen und verabschiedeten uns von den Veranstaltern.

Alle Stipendiaten waren der Meinung, dass dieses Seminar sehr wichtig war für sie und viele hätten gerne noch mehr Zeit in Geisa verbracht, um die umfassenden Informationen und Ausstellungen am Point Alpha noch tiefgründiger zu erforschen. In jedem Fall war das Wochenende sehr lehrreich für uns alle und hat uns einen ganz unmittelbaren Zugang zu einer Zeit vermittelt, die wir sonst nur aus den Geschichtsbüchern kennen.

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