Die Wahrheit über „die Wahrheit in sozialen Medien“

von Karyna Gorlovska

Mit dem Wandel der Gesellschaft wandelten sich auch unsere Gewohnheiten, darunter auch die Möglichkeiten, sich auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen. Während sich noch vor einigen Jahren durchgelesene Zeitungstürme in vielen Haushalten stapelten, steigen heute viele Menschen auf digitale Mittel um, wenn es um den möglichst schnellen Zugang zu aktuellen Informationen geht. Nicht selten handelt es sich bei diesen Quellen um soziale Medien. Der herrschende Zeitmangel führt dazu, dass die vorgestellten Themen schnell aufgenommen und meistens nicht hinterfragt werden. Und genau so begibt sich so manch einer mit einer falschen Vorstellung über die momentanen Ereignisse auf den Weg zur Arbeit.

Dass die auf den sozialen Plattformen vorgestellten Nachrichten nicht prinzipiell als seriös und wahrheitsgetreu akzeptiert werden können, wird spätestens durch die derzeitigen Falschmeldungen im sozialen Netzwerk „Facebook“ deutlich. So tauchen dort beispielsweise immer wieder Meldungen über vermeintliche Übergriffe und Straftaten, an denen Asylbewerber und Flüchtlinge beteiligt sein sollen, auf.

Das „Hohenloher Tagblatt“ berichtet diesbezüglich über die Verbreitung von Gerüchten, welche Verübung von einer Reihe von Straftaten in Schwäbisch Gmünd beinhalten. Bei den Tätern soll es sich angeblich um Flüchtlinge handeln. Die Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd beteuert, dass die angesprochenen Fälle in Wirklichkeit nicht stattgefunden haben. Die Polizei erhielt des Weiteren keinerlei Informationen, welche auf die erwähnten Übergriffe und Straftaten hinweisen würden.

Solche Online-Gerüchte sind immer wieder und in ähnlicher Form in vielen kleineren und größeren Regionen und Städten zu finden und können ideal durch die sozialen Medien verbreitet werden. Da sie sich schlagartig ausbreiten, kann es auch eine Weile dauern, bis die Situation aufgeklärt ist und die Menschen die Wahrheit erfahren. Oder auch nicht. Denn das Tempo der sozialen Medien aufzugreifen ist gar nicht so einfach.

Die auf diese Weise entstehenden Falschbehauptungen dienen dann als optimales Argumentationsfutter für bestimmte Interessensparteien, wie in diesem Fall den Gegnern der momentanen Flüchtlingspolitik.

Die auf den sozialen Plattformen vorgestellte Information ist also mit Vorsicht zu genießen. Nicht selten entlarven sich solche Nachrichten als Falschmeldungen mit dem Ziel, öffentliche Diskussionen und Meinungen zu beeinflussen.

Bei der Wahl der sozialen Netzwerke als Informationsquelle sollte man sich also trotz des wachsenden Lebenstempos genügend Zeit für das Abwägen des Gelesenen nehmen. Werden Dinge behauptet, die man nur vom Hörensagen wisse oder erscheint ein Ereignis zu dramatisch oder reißerisch, so sollte seine Glaubwürdigkeit noch einmal in Frage gestellt werden.

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