„Lügenpresse“? – Was labern die?

von Noor Jabir

Die „Lügenpresse“- ein Vorwurf auf jeder Pegida Demonstration. „Gegen die armen Flüchtlinge mit Kindern habe ich nichts. Aber diejenigen, die nur kommen, um Geld zu bekommen, das geht nicht“, sagte ein Pegida-Demonstrant in Dresden. Aber, und das kommt dann sofort hinterher, „das schreiben sie ja wieder nicht, die von der ‚Lügenpresse‘“. Wow: „Lügenpresse“, was für ein Wort. Die Lügenpresse führte vor allem der Oberpropagandist der Nazis, Joseph Goebbels, gegen die Medien ins Feld. Was muss man sich denn jetzt einmal darunter vorstellen?

Der Begriff der „Lügenpresse“ wird zum zentralen Kampf-Begriff. Gerne auch mit dem Zusatz versehen: Halt die Fresse. So stellt sich die Frage, wer hier die Fresse halten sollte. Aber so reden wir nicht, so reden die anderen.

Dass die Medien kritisch betrachtet werden müssen, ok. Geschenkt. Nicht alles, was in der Presse steht, steht außer Zweifel. Aber was wollen uns denn die „Lügenpresser“ aus Sachsen und anderswo wirklich sagen und vermitteln? Lügen haben ja, wie man weiß, kurze Beine und das nicht ohne Preis.

Zuerst einmal: Wo wir sind, wird nicht gelogen, nur nicht gesagt, dass wir es besser wissen müssten. Sonst würden wir nicht so gegen Ausländer hetzen.

Vor allem wollen sie sagen: Wenn ihr schreibt, wie es wirklich ist, dann nennen wir es Lüge, weil wir ja sonst im Unrecht wären. Klingt kompliziert? Gar nicht. Lügenkaltpresser sind alles, nur nicht kompliziert. Hier ist die Welt so einfach wie eine Jogginghose: kurz gebunden, schlabberig und wenig ernst.

Meiner Meinung nach lässt sich nichts an der Lügenpresse bemängeln. Was soll denn schließlich einem die Pressefreiheit nützen, wenn man keine eigene Presse hat. Na – und verstanden?

Journalisten ohne Werte sind meines Erachtens nach nichts weiter als wertlos. So liebe „besorgten Bürger“, wenn ihr die „Lügenpresse“ vermeiden wollt und lieber alternative Medien aufsucht, so tut dies, es ist ja schließlich nicht jedermanns Sache. Wem‘s nicht passt, Pech gehabt.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.