Sharing is caring – So ist Mensch gut & günstig Gutmensch

von Sofia Athanasiadou

Lebensmittel aus dem Container, Klamotten aus dem Keller für eine bessere Welt. Verfallsdatum und Mottenkugeln spielen keine Rolle, Hauptsache, sich ein paar Sekunden wie Mutter Theresa fühlen. Sharing ist bekanntlich caring, und Mensch cared ja sehr much, wenn Mensch dem armen Obdachlosen auf der schicken Shoppingmeile den alten Strickpulli in die Hand drückt, ist ja auch nicht weiter schlimm, bei Zara neben an gibt es momentan für nur 70 Euro 100% handgearbeitete Pullover, hergestellt von Kindern aus Uzbekistan. Die Hühner- und Gulaschsuppe aus der Dose bietet sich auch gut an, totes Tier ist nun mal auch schön billig in Massen erhältlich. Aber zu Hause auf den Tisch kommt die Leiche natürlich aus Freilandhaltung. Bei solch günstigen Bedingungen ist es unverständlich, wie manche sich die Mühe machen können die Schlösser am Container hinter dem Supermarkt zu knacken. Oder Anzeigen riskieren weil Mensch ja unbedingt was unter der Jacke mitgehen lassen muss. Bei diesen Fällen handelt es sich ganz sicher um Kommunisten, die bekanntlich nicht viel von Privateigentum halten. Das teilen viel einfacher gehen kann beweisen doch schon unsere  Staaten und unsere Regierungen. Waffen, Abschiebungsschreiben, Polizei-Einheiten, sonstige repressive Mittel und ein weiteres gutes Beispiel für ein ausgeglichenes Geben und Nehmen sind natürlich die Rettungsfonds samt ihren Zinsen. Austeilen ist ja irgendwie auch teilen. Und nur mit einem kleinen Kreuzchen in der Wahlkabine können wir uns an diesem Zusammenleben beteiligen. Diese Art von Beteiligung ist sogar kostenlos. Und im Handumdrehen vermeidet Mensch die Mitgliedschaft  bei foodsharing.com, einer Organisation, die schon 3 Mio. Lebensmittel vor dem Mülleimer retten konnte, oder die Mitarbeit bei  Food not Bombs, vermeidet den anstrengenden Prozess sich zu organisieren, um sich effektiv und aktiv für die Nachbarschaft einzusetzen. Die Nachbarschaft, die auch auf den Straßen lebt,  Straßen die aber auch über Grenzen gehen. Ein kurzer Blick auf das Label deiner T-Shirts verrät dir schon wie weit deinen Taten reichen können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.