Mein Alltag in England

von Christina Kirsten

Liebe Leserinnen und Leser heute kommt mein zweiter Bericht aus England.

Nun bin ich schon drei Monate in England und ungefähr genauso lange besuche ich inzwischen auch schon eine englische „High School“.

Zuerst möchte ich festhalten, dass der Schulalltag und das Schulleben sich sehr von dem deutschen Schulalltag unterscheiden, damit sind allerdings nicht nur Dauer oder Schuluniformen gemeint. Etwas, woran ich vor meinem Auslandsjahr natürlich sofort gedacht habe. Aber es ist so viel mehr und darüber möchte ich heute schreiben.

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Mein Schultag hier startet kurz vor 9:00 Uhr.
Als erstes geht man als Schüler in seine „Tutor group“. Dies ist eine Gruppe von Schülern, die einem zur Seite stehen. In dieser Zeit bekommst du aktuelle Schul-Informationen von deinem Tutor oder du kannst Aufgaben erledigen, am Computer sitzen, Musik hören oder einfach nur mit deinen Freunden reden – so wie ich es jeden Tag mache.  Ich muss zugeben, das dass ein toller und entspannter Start in den Schultag ist.
Diese „Tutor Zeit“ geht bis 9:00 Uhr. Danach hat man seine ersten zwei Stunden und anschließend eine erste Pause, die 20 Minuten dauert. Dann folgen die nächsten zwei Stunden und dann eine 40-minutige Essenspause, eine erneute „Tutor group“ und dann eine letzte Unterrichtsstunde. Zwischen den Stunden gibt es hier keine Pausen und mein Schultag geht insgesamt bis 15:30 Uhr.

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Aber um alles nochmal etwas besser verstehen zu können, kommen jetzt ein paar allgemeine Infos:
In England hat der Schultag fünf Unterrichtsstunden, eine Schulstunde dauert 60 Minuten.
Und ich habe in jedem Fach zwei Lehrer, das haben aber nicht alle Schulen. Ich bin in der „Sixth Form“, also in der Oberstufe (12. und 13. Jahrgang). Somit muss ich keine Schuluniform tragen und habe Privilegien wie die Nutzung des „Sixth Form“-Raumes. Das ist ein großer Raum mit vielen Sitzecken, den nur die Oberstufenschüler benutzen dürfen. In der Mittagspause dürfen die Oberstufenschüler sogar das Schulgelände verlassen, um sich etwas zu essen zu holen.
Meine Schule hat allerdings eine riesige Kantine.

In der „Sixth Form“ hat man nur vier bis fünf Fächer. Die meisten belegen vier Fächer, ich lediglich drei. Meine Fächer sind Kunst, Fotografie und Filmwissenschaften. Unsere Schule hat ein eigenes Fotostudio, das wir immer nutzen können sowie Profikameras für den Unterricht, die man aber auch ausleihen darf. In Filmwissenschaften drehen wir auch eigene Szenen und lernen viel über einzelne Effekte in Filmen.

Wenn ich meine Schule beschreiben müsste, würde mir ein Wort sofort einfallen: MODERN!
In jedem Raum dieser großen Schule sind Computer. In der Schulbibliothek ist eine ganze Etage nur mit Computern und man kann in jedem Raum einen Drucker nutzen. Der Unterricht läuft meistens über PowerPoint. Präsentationen und Notizen werden ebenso mit Computern gemacht. Die Schule hat ein Programm, mit dem man sich überall in der Schule einloggen kann und jederzeit auf seine Daten Zugriff hat. In der Kantine zahlt man mit Fingerabdruck. Anders als in Deutschland darf man im Unterricht sein Handy benutzen.

Am Freitag findet immer eine Versammlung der Oberstufe statt, die sich einem sozialen Thema widmet. Soziales Engagement wird hier ohnehin groß geschrieben. Einmal in der Woche haben wir eine Stunde, in der wir uns um andere kümmern. Meine soziale Tätigkeit ist es, in einer 10. Klasse im Deutschunterricht zu helfen, was natürlich sehr praktisch für mich ist.

Ich hoffe, Sie haben damit einen kleinen Einblick in das englische Schulleben erhalten.

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