Und wie war die Schule heute??

von Andzelika Gürich

Wer kennt es nicht? Es ist Notenschluss, aber es sind immer noch zwei Wochen Schule zu überbrücken, in welchen bekanntlich nicht mehr viel passiert. An meiner Schule werden dann Spiele gespielt, Disneyfilme geguckt und gefühlt essen wir jeden Tag Kuchen und unsere Lehrer spendieren uns Eis. Das klingt ja alles schön und gut, jedoch stelle ich mir die Frage, ob man diese Zeit nicht auch sinnvoller nutzen könnte. Wie wäre es mit zum Beispiel mit Bewerbungstraining? Ich besuche die elfte Klasse eines Gymnasiums und habe, was dieses Thema angeht, mir das Meiste selbst oder durch Seminare der Roland Berger Stiftung erarbeitet.

Allgemein behaupte ich, dass den meisten Schülern die wesentlichen Grundkenntnisse im Leben fehlen, da die Schule mit dem Lernstoff falsche Schwerpunkte setzt. Es ist ja schön, dass ich 50 verschiedene Stilmittel kenne und den Abstand von zwei Vektoren bestimmen kann. Aber ist das wirklich das, was ich im Leben brauche? Nein!

Wir Schüler sollten doch auf das spätere Leben und den Berufsalltag vorbereitet werden. Ich kenne viele, die noch sehr unselbständig sind, die weder kochen noch Wäsche waschen können. Ich bin froh, dass ich durch mein Auslandsjahr in Irland, welches ich im Jahr 2015/2016 absolviert habe, Vieles gelernt habe. Dort hat mir der Mathe-Unterricht mehr gefallen, da wir uns mit Finanzen und Budgetplanung beschäftigt haben. Auch wenn heutzutage jeder mit Technik bestens ausgestattet ist, kann ein IT Kurs in der Schule nie schaden. Man kann immer etwas Neues lernen. Ein Fach, welches mir in Irland ebenfalls gefallen hat, war Minicompany. Es gab verschiedene Gruppen, die etwas entwickeln und produzieren sollten. Bei uns waren es weihnachtliche Tonfiguren. Jeder im Team hatte seine Aufgabe. Meine war z.B. das Marketing. Verkauft haben wir am Ende alle erfolgreich zusammen. Dabei haben wir gelernt im Team zu arbeiten, kreativ zu sein und Verantwortung zu übernehmen.

Natürlich kann man nicht alle diese Dinge in den Stundenplan übernehmen. Jedoch würde es schon reichen, wenn man einmal die Woche ein Fach hätte, in dem man Einblicke in diese verschiedenen Bereiche des Lebens bekommt. Man könnte dann auch jedem Schüler die Möglichkeit geben, frei zu wählen, in welchem Themenbereich er noch Lücken habe, und dann verschiedene Kurse anbieten. Ich denke, dass man auch so ein wenig Ablenkung in den normalen, oft stressigen Schulalltag bekommen würde, da ich behaupte, dass viele Schüler wirklich solche Dinge lernen würden, aber eben nicht die Möglichkeit dazu haben. Und wer weiß… Bald ist Bundestagswahl. Vielleicht nehmen sich die Politiker auch mal wieder das Thema Bildung zu Herzen.

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